Fast 14 Millionen Euro gab die Stadt Wien innerhalb von nur drei Jahren für öffentliche Toiletten (wie hier im Schweizergarten aus).

24. August 2026 / 14:51 Uhr

13,8 Millionen Euro für WC-Anlagen: Was die Stadt Wien für ihre Toiletten ausgibt

Wien lässt sich seine öffentlichen Toiletten einiges kosten. Das geht aus einer Anfrage nach dem Wiener Informationsfreiheitsgesetz hervor, die die Magistratsabteilung 48 beantwortet hat. Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum von 1. Jänner 2023 bis 31. Dezember 2025 und ausschließlich auf stationäre öffentliche Bedürfnisanstalten, die von der MA 48 verwaltet werden.

168 öffentliche WC-Anlagen

Insgesamt fallen derzeit 168 öffentliche WC-Anlagen in die Zuständigkeit der MA 48. 139 davon sind kostenlos zugänglich. Bei 27 Anlagen gibt es während der festgelegten Betreuungszeiten ein erhöhtes Serviceangebot mit ständig anwesendem Reinigungspersonal. Dort darf das beauftragte Reinigungsunternehmen ein Benützungsentgelt von 50 Cent pro Kabinennutzung einheben.

Zwei weitere Anlagen verfügen über automatisierte Reinigungsmechanismen und sind ebenfalls kostenpflichtig. Dort werden Schale und Boden nach jeder Benützung gereinigt, zusätzlich erfolgt eine tägliche Intervallreinigung. Insgesamt sind damit 29 der 168 öffentlichen WC-Anlagen kostenpflichtig.

Große Unterschiede zwischen den Bezirken

Die Anlagen verteilen sich auf alle Wiener Bezirke. Die meisten gibt es im 22. Bezirk (14), gefolgt vom 2. und 10. Bezirk (je 12) sowie dem 21. Bezirk (11). Besonders viele kostenpflichtige Anlagen gibt es im 1. Bezirk (7 von 9) und im 6. Bezirk (4 von 7).

Im 14., 15., 17., 18., 20. und 22. Bezirk sind sämtliche MA-48-Anlagen kostenlos. In mehreren weiteren Bezirken gibt es jeweils nur eine kostenpflichtige Anlage.

13,8 Millionen Euro für Reinigung und Wartung

Besonders ins Gewicht fallen die laufenden Kosten. Für Reinigung und Wartung der WC-Anlagen wurden 2023 netto 4.202.800,72 Euro ausgegeben. 2024 stiegen die Ausgaben auf 4.707.799 Euro, 2025 waren es bereits 4.885.499,87 Euro.

Insgesamt summieren sich die von der MA 48 ausgewiesenen Reinigungs- und Wartungskosten damit auf rund 13,8 Millionen Euro netto innerhalb von drei Jahren.

29.080 Euro pro WC-Anlage

Im Durchschnitt kosteten Reinigung und Wartung einer einzigen öffentlichen WC-Anlage in Wien im Jahr 2025 rund 29.080 Euro. Doch zwischen den Bezirken gibt es enorme Unterschiede: Spitzenreiter ist der 1. Bezirk, wo für die neun Anlagen insgesamt fast 985.000 Euro ausgegeben wurden – das entspricht rund 109.400 Euro pro WC-Anlage und Jahr. Damit kostete eine Toilette in der Inneren Stadt fast zwölfmal so viel wie im 22. Bezirk, wo die Kosten bei lediglich rund 9.226 Euro je Anlage lagen. Auch der 6. Bezirk sticht mit rund 60.300 Euro pro Anlage hervor. Im 12. Bezirk wurden für fünf WC-Anlagen insgesamt rund 220.000 Euro aufgewendet, also rund 44.000 Euro je Anlage – ebenfalls deutlich mehr als im Wiener Durchschnitt.

Zehntausende Euro für Vandalismus

Zusätzlich sorgen Beschädigungen und Vandalismus für erhebliche Kosten. Laut MA 48 handelte es sich bei einem großen Teil der gemeldeten Vandalismusschäden im Zeitraum 2023 bis 2025 um Graffitis und Beschmierungen. Dafür wurden rund 63.000 Euro netto aufgewendet.

Die Behörde weist allerdings darauf hin, dass kleinere Beschädigungen nicht immer eindeutig als Vandalismus eingestuft werden können. Gebrochene WC-Sitze oder Klopapierhalter werden beispielsweise im Zuge der normalen Instandhaltung repariert und nicht gesondert als Vandalismusschäden ausgewiesen.

373.000 Euro für größere Sanierungen

Besonders teuer waren vier WC-Anlagen, die zwischen 2023 und 2025 so schwer durch Vandalismus beschädigt wurden, dass größere Sanierungsarbeiten notwendig waren. Dafür fielen 2023 netto 32.881,55 Euro, 2024 weitere 1.549,75 Euro und 2025 schließlich 373.118,31 Euro an.

Allein im Jahr 2025 mussten somit mehr als 373.000 Euro für größere Sanierungen nach Vandalismus ausgegeben werden. Zusammen mit den rund 63.000 Euro für Graffitis und Beschmierungen ergeben sich für die ausdrücklich ausgewiesenen Vandalismusschäden rund 470.550 Euro netto.

Einnahmen aus Gebühren bleiben offen

Eine entscheidende Zahl fehlt allerdings in der Beantwortung der Anfrage: Die MA 48 nennt keine Einnahmen aus den kostenpflichtigen WC-Anlagen. Der Antragsteller hatte ausdrücklich nach den Einnahmen der entgeltlich betriebenen Anlagen für die Jahre 2023 bis 2025 gefragt und um eine Aufschlüsselung nach Jahren und Bezirken ersucht.

Nach der entsprechenden Fragestellung endet die vorliegende Beantwortung jedoch mit der Grußformel.

Damit bleibt offen, wie viel die 29 kostenpflichtigen WC-Anlagen tatsächlich einbringen. Fest steht hingegen: Die Stadt Wien gab allein für Reinigung und Wartung ihrer öffentlichen Toiletten in den Jahren 2023 bis 2025 rund 13,8 Millionen Euro netto aus. Hinzu kommen die ausdrücklich ausgewiesenen Vandalismuskosten von rund 470.550 Euro. Dem stehen 139 kostenlos zugängliche Anlagen und 29 entgeltliche WC-Anlagen gegenüber.

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