Hemdsärmelig, aber mit klaren Aussagen präsentierte sich Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (im Bild mit FPÖ-Landtagsabgeordneten Paul Stadler, links), den Besuchern des Stammtisches der FPÖ-Simmering.

4. Juni 2026 / 08:49 Uhr

Nach Gender-Aus im Parlament: Rosenkranz kontert Kritik mit italienischem Sprichwort

Gut aufgelegt, locker und ausgestattet mit unzähligen Anekdoten – so präsentierte sich gestern, Mittwoch, Nationalratspräsident Walter Rosenkranz bei einem politischen Stammtisch in Wien-Simmering. Unzensuriert war dabei und erfuhr Erstaunliches. 

Ordnungsruf für das Wort “Remigration”

Rosenkranz nahm im Laufe des Abends auch zur Diskussion um das Wort „Remigration“ Stellung. Wenige Stunden zuvor hatte es – wie berichtet – im Parlament dazu eine Präsidiale gegeben, bei der seine Amtskollegen Peter Haubner (ÖVP) und Doris Bures (SPÖ) bekräftigten, weiterhin einen Ordnungsruf für jene Abgeordneten austeilen zu wollen, die das Wort im Hohen Haus verwenden. 


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“Schauen Haubner und Bures jetzt in die Gehirne der Abgeordneten?”

Rosenkranz legte sich in dieser Präsidiale nicht fest und meinte gegenüber den Medien, dass er dieses Thema zuerst mit der freiheitlichen Fraktion besprechen wolle. Beim Stammtisch in Simmering verriet er aber seine persönliche Meinung dazu: „Remigration“ sei, so Rosenkranz, ein wissenschaftlicher, lateinischer Begriff, der nichts anderes bedeute, als Rückführung. Er wunderte sich, dass das Wort „Remigration“ ganz offiziell in einem Schreiben des Innenministeriums vorkomme, im Hohen Haus aber auf Ablehnung stoße. Und zwar mit dem Argument, dass der Begriff von der Identitären Bewegung (IB) negativ konnotiert sei. „Schauen Haubner und Bures jetzt in die Gehirne der Abgeordneten, um zu erforschen, ob sie es negativ meinen, wenn sie von Remigration sprechen?“, fragte sich der Nationalratspräsident.

Wurden Frauen unsichtbar gemacht?

Interessant waren auch seine Ausführungen, als er über die Abschaffung der Gendersprache im Parlament sprach. Er habe sich das nicht leicht gemacht, Expertisen eingeholt und sowohl im deutschen als auch im schweizerischen Bundestag recherchiert, wo man die Gendersprache gar nicht eingeführt habe. Schließlich habe er sich an die Österreichische Verfassung gehalten, wo eindeutig Deutsch als Amtssprache ausgewiesen wird. Seither gebe es im Parlament nur noch die weibliche und die männliche Form. Auf den Vorwurf einer Abgeordneten, dass er – Rosenkranz – damit die Frauen unsichtbar mache, reagierte er in der Stammtischrunde in Simmering mit einem italienischen Sprichwort, das man sinngemäß mit “Dummheit stirbt nie aus” übersetzen könnte.

“Das Schlimmste ist, wenn ich von der Konkurrenz gelobt werde”

Dass Rosenkranz von der politischen Konkurrenz bei jeder noch so kleinen Gelegenheit bekämpft wird, bewertete der Nationalratspräsident mit der Bemerkung: „Das Schlimmste ist, wenn ich von der Konkurrenz gelobt werde“. Alles lasse er sich aber nicht gefallen. So sei er juristisch gegen die Zeitung Der Standard vorgegangen, als diese behauptet habe, dass er einen Auslieferungsantrag der Staatsanwaltschaft gegen einen freiheitlichen Mandatar absichtlich liegen gelassen habe. „Wir sind jetzt in zweiter Instanz, wo der Zeitung diese Behauptung untersagt wird“. 

Stolz auf Einsparungen in Millionen-Höhe

Stolz sei er darauf, dass es ihm gelungen sei, schon im ersten Jahr seiner Amtszeit 35 Millionen Euro einzusparen. Und dabei wären alle Angebote des Parlaments im vollen Umfang zugänglich geblieben – „es gibt jetzt halt keine Festspiele mehr für Funktionäre wie zur Amtszeit des ÖVP-Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka“, begründete Rosenkranz seinen Einsparungs-Erfolg. 

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