Der Rechnungshof zerpflückt die Modernisierung und Neubeschaffung von Black-Hawk-Hubschraubern als Paradebeispiel für Planungsfehler, Kostenexplosionen und Verzögerungen. Ursprünglich mit 107,49 Millionen Euro veranschlagt, stiegen die Ausgaben für die Modifikation von neun alten Maschinen und den Kauf von drei neuen auf 125,85 Millionen Euro – ein Plus von 18,36 Millionen Euro trotz Fixpreisen.
Fliegerhorst wurde zu Millionengrab
Die Infrastruktur am Fliegerhorst Leopold Figl (ehemals Brumowski) in Langenlebarn (Bezirk Tulln) verteuerte sich von 9,7 Millionen Euro auf 37,16 Millionen Euro, ein Anstieg um 283 Prozent infolge von Planungsmängeln, fehlenden Konzepten und gestiegenen Baukosten. Das erste Vergabeverfahren in den Jahren 2016 und 2017 scheiterte an „groben Fehlern“: Vertrauliche Bieterdaten wie Namen wurden preisgegeben, zudem leitete der Materialstab statt der zuständigen Vergabeabteilung das Verfahren, und das trotz Überschreitung der Kompetenzgrenze. Die Folge waren ein Widerruf, ein neues Verfahren, neun Vertragsänderungen sowie Verzögerungen von fünf Jahren bei den Modernisierungen und vier Jahren bei den Neulieferungen.
Nicht alle Pilotenstellen konnten besetzt werden; für die neuen Maschinen fehlen weitere. Die Einsatzbereitschaft bleibt daher hinter den Zielen zurück. Das Projekt läuft mittlerweile seit neun Jahren.
Auch Jet-Ersatz in Gefahr
Österreich betreibt seit Jahren Black Hawks (ursprünglich neun Stück). 2024 genehmigten die USA zwölf neue UH-60M im Wert von 1,05 Milliarden US-Dollar (etwa 715 Millionen Euro inklusive Logistik und Ausbildung) über das FMS-Programm. Die Finanzierung erfolgt aus dem Sonderbudget bis 2032 in Höhe von 16,6 Milliarden Euro. Ähnliche Mängel – wie unklare Anforderungen und fehlende Kostenübersichten – bedrohen auch den Jet-Ersatz in Milliardenhöhe.
Verteidigungsministerium widerspricht
ÖVP-Verteidigungsministerin Klaudia Tanner hält dagegen: Die Vorgänge stammten aus dem Jahr 2017 und damit aus der Zeit vor ihrer Amtsübernahme. Inzwischen seien Prozesse reformiert, Empfehlungen des Rechnungshofs umgesetzt und eine neue Beschaffungsstrategie eingeführt worden. Aktuelle Projekte würden optimiert ablaufen.
Fehlinvestitionen und teure Schlampereien
Mit scharfer Kritik reagierte Tullns FPÖ-Stadtrat und Landtagsabgeordneter Andreas Bors:
Dass die Kosten hier um rund 27 Millionen Euro beziehungsweise um rund 283 Prozent steigen, ist unglaublich. Wenn der Rechnungshof von planerischen Mängeln und einem fehlenden Raum- und Funktionsprogramm spricht, dann zeigt das ganz klar, dass hier offensichtlich geschlampt wurde
Bereits im Jahr 2024 hatte die FPÖ eine neue Sporthalle für die Soldaten am Fliegerhorst gefordert. Passiert sei seither allerdings nichts, beklagt man bei den Freiheitlichen. Bors wörtlich:
Mit über 27 Millionen Euro an zusätzlichen Kosten hätte man am Fliegerhorst längst eine moderne Sporthalle für Soldaten und Bedienstete errichten können. Stattdessen müssen die Soldaten bis heute in einer Garage im Motorpool trainieren, in der es nicht einmal Sanitäranlagen gibt. Für sinnlose Kasernenumbenennungen und teure Schlampereien scheint also Geld vorhanden zu sein, für tatsächlich notwendige Infrastrukturmaßnahmen hingegen leider nicht.
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