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Michael Ludwig und Giraffe

Während die Giraffe aus dem Rennen für den SPÖ-Vorsitz ist, stichelt der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig wegen der Stimmprobleme von Hans Peter Doskozil.

2. April 2023 / 15:00 Uhr

Absurdes „Casting“: Die Giraffe ist wohl schon aus dem Rennen

Das absurde „Casting“ um den SPÖ-Vorsitz nimmt kein Ende. Auch wenn die von der Kronen Zeitung nominierte Giraffe mangels 30 Unterstützungserklärungen von SPÖ-Mitgliedern wohl aus dem Rennen ist, tun sich bei den Roten ungeahnte Abgründe auf.

Rendi-Wagner hat bei Umfrage Nase vorn

Glaubt man der Lazarsfeld-Umfrage, beauftragt von Oe24, unter den SPÖ-Wählern, käme die jetzige SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner auf 37 Prozent Zustimmung, während sich nur 18 Prozent als Anhänger für den burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und nur 17 Prozent für den Traiskirchner Bürgermeister Andreas Babler als neuen roten Boss aussprechen.

Brutaler Machtkampf

Abgesehen davon, dass selbst dieses Ergebnis für Rendi-Wagner fatal wäre, wenn nur 37 Prozent der SPÖ-Wähler für sie stimmen, tobt im Hintergrund ein brutaler Machtkampf, in dem auch Angriffe unter der Gürtellinie zur Tagesordnung gehören und so das wahre Gesicht mancher handelnder Personen zeigt.

Ludwig stichelte wegen Doskozils Stimmprobleme

Doskozil bestätigte in einem Interview sogar, dass der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig, ein deklaierter Rendi-Wagner-Befürworter, in einer der vergangenen Gremiensitzungen wegen seiner Stimmprobleme gestichelt habe. Wörtlich meinte er:

Es war unangebracht und nicht angenehm. Aber ich bin nicht nachtragend.

Doskozil: “Elitäre Blase in der Partei”

Doskozil gibt sich trotz schlechter Umfragewerte und Angriffen aus den eigenen Reihen weiterhin kämpferisch. In der Presse (Sonntags-Ausgabe) spricht er nicht nur von einer „elitären Blase in der Partei“, sondern deutet allen Ernstes an, dass Altkanzler Christian Kern in seinem Team sein könnte. Jedenfalls lobte Doskozil Kern in der Presse überschwänglich:

Er ist der Beste, den wir im Bereich Wirtschafts- und Energiepolitik in der Partei haben.

Zeiler über Kern: “Ich habe die Panik in seinen Augen gesehen”

Ob das alle so sehen, bleibt dahingestellt. Vor allem seit dem Fernsehauftritt des Ex-ORF-Generaldirektors und heutigem Warner-Media-Vorstandes Gerhard Zeiler, der kein gutes Haar an Kern ließ. Zeiler erzählte, hätte er gewusst, von welcher Persönlichkeit Kern gestrickt sei, wäre er nach dem Rücktritt von Werner Faymann zur Wahl des SPÖ-Chefs angetreten. Zeiler erzählte von einem Treffen mit Christian Kern, nachdem er, Zeiler, seine Kandidatur zurückgezogen hatte und meinte:

Und mein Schlüsselerlebnis war eigentlich, an dem Tag, an dem ich zurückgezogen hab’, haben wir uns getroffen und er hat mich gefragt: „Sag, hast du ein Programm, was hättest du gemacht?“ Ich habe ihm mein Programm gesagt und habe die Panik in seinen Augen gesehen. Er fragte mich : „Kannst du mir das aufschreiben, kannst du mir das aufschreiben?“

Laut Zeiler wollte Christian Kern nichts bewegen, sondern dieser hätte nur den Chef-Sessel wollen.

Schwer beschädigte SPÖ-Vorsitzende

Auch wenn Pamela Rendi-Wagner tatsächlich als Siegerin der skurrilen Casting-Show in der SPÖ hervorgehen sollte, würde sie als schwer beschädigte Person die Partei weiterführen. Nicht nur aufgrund der geringen Zustimmung in den eigenen Reihen, sondern auch aufgrund der Vorkommnisse, die sich im Zuge der Mitgliederbefragung abspielen.

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