Weitere Fälle vom Hirnvenen-Thrombosen im Zusammenhang mit einer Impfung zwingen Deutschland neuerlich zu einem Stopp des Impfstoffes AstraZeneca. In Österreich nimmt man bis dato noch keine Notiz davon. Im ORF-Radio hieß es am Mittwoch, dass das Gesundheitsministerium ein weit höheres Risiko bei Corona-Erkrankungen sehe als bei Hirnvenen-Thrombosen durch Impfungen.
Thromboembolische Nebenwirkungen
Ob diese Aussage die Menschen beruhigt? In Deutschland jedenfalls will man das Risiko nicht weiter eingehen. Ab heute, Mittwoch, gibt es den AstraZeneca-Impfstoff nur noch für über 60-Jährige. Diese Altersbeschränkung hat die Ständige Impfkommission (Stiko) empfohlen.
Grundlage seien derzeit verfügbare Daten zum Auftreten „seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen“. Diese seien vier bis 16 Tage nach der Impfung ganz überwiegend bei Personen im Alter unter 60 Jahren aufgetreten, teilte das beim Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Gremium mit.
49-jährige Krankenschwester starb im Waldviertel
Dabei geht es um Auffälligkeiten mit Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen, die vor allem bei jüngeren Frauen gemeldet wurden.
Wie berichtet, sind solche Fälle auch schon in Österreich aufgetreten. Eine 49-jährige Krankenschwester im Waldviertel kam dadurch ums Leben.
Ganz verboten wird der Impfstoff AstraZeneca für unter 60-Jährige aber auch in Deutschland nicht. Wer das Risiko selbst trägt, kann sich damit auch impfen lassen. Wenn Menschen unter 60 sich gemeinsam mit einem impfenden Mediziner für AstraZeneca entscheiden, sollen diese Impfungen grundsätzlich in den Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte erfolgen.