Fürstlich entlohnter Staatsfunker findet alles so verlogen und verschissen | Unzensuriert.at

Fürstlich entlohnter Staatsfunker findet alles so verlogen und verschissen

17. Jänner 2010 - 8:34

Alfons Haiders Erkenntnisse über sein "verschissenes und verlogenes" Österreich haben einige Empörung hervorgerufen. Offenbar hat Haider seinen Ruf jedoch schon davor  soweit ruiniert, dass sich viele gegenüber seinen Wortspenden in Stermann & Grissemanns "Willkommen Österreich" nicht mehr sonderlich erregen, sondern das Doppelspiel des fürstlich entlohnten Moderators durchschauen.

So erkennt gar der selbst meist im engen Korsett der "Political Correctness" gefangene Presse-Chefredakteur Michael Fleischhacker, dass es sich bei Haiders nicht belegbaren Anschuldigungen um Ausbrüche handelt, die nur jemandem passieren können, der stets von PC-treuen Semi-Promis umgeben ist und dann plötzlich mal zwischendurch mit der gesellschaftlichen Realität konfrontiert wird. Diesen vernünftigen Befund getraut sich Fleischhacker allerdings nicht für sich stehen zu lassen. Er muss - selbst von der Political Correctness getrieben - noch nachschieben, dass Österreich im Umgang mit Homosexuellen ja tatsächlich verlogen sei, weil es diese Armen nicht mit einer würdigen Zeremonie heiraten lasse.

Voll ins Ziel trifft hingegen FPÖ-Kultursprecherin Heidemarie Unterreiner, die auf Haiders Entgleisungen mit folgendem offenen Brief reagiert hat:

Sehr geehrter Herr Alfons Haider
Das eigene Land zu beschimpfen ist immer falsch. Mag sein, dass Sie sich, wie Sie es im Nachhinein beteuert haben, dazu haben verleiten lassen. Das ist aber eher unglaubwürdig. Denn in eine Sendung mit Stermann und Grissemann plaudern zu gehen, deren Programmlinie es ja geradezu ist sich in diesen Attitüden zu gefallen, da haben ja Ihre Worte perfekt gepasst.

Kritik? Nur zu. In jedem Land gibt es genug "Verlogenes und Verschissenes" (oder war es genug "Versifftes und Verkifftes"), wie Sie es nennen? Sie sind in den letzten Jahren aber nicht so sehr als systemkritischer, von der Obrigkeit verfolgter und geknebelter Künstler aufgefallen, sondern eher als einer, der es sich eh zu Hause ganz gut eingerichtet hatte. Niemand in Österreich hätte den Eindruck gewinnen können, dass Sie wegen Ihrer politischen Unbequemlichkeit mit Vernachlässigung und Lieblosigkeit bestraft worden wären. Ganz im Gegenteil, Sie waren in aller Munde, auf allen Bühnen des Landes und beim Staatsfunk zu Hause. Gefördert, belohnt und weitergereicht.

Warum also diese Unflätigkeiten? Weil es chic ist? Weil es ohnehin wurscht ist? Weil man glaubt, dass man sich alles erlauben kann? Weil einem seine Heimat nichts wert ist? Die ersten drei Gründe sind Irrtümer, die man korrigieren kann. Beim letzten Grund sollte man beginnen nachzudenken.

Mit freundlichen Grüßen
NAbg. Mag. Heidemarie Unterreiner
Kutursprecherin

Foto auf der Startseite: Christian Kadluba

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