Frenkie Schinkels ist für das Blatt von Wolfgang Fellner nicht nur Fußball-, sondern neuerdings auch Politik-Experte.

Bild: Ailura / Wikimedia CC BY-SA 3.0
Kurz-Freund Fellner lässt Fußballexperten Frenkie Schinkels Politik analysieren

Der gebürtige Holländer Frenkie Schinkels ist anscheinend Experte für alles. Dass der Ex-Kicker und mäßig erfolgreiche Fußballtrainer für das Gratis-Blatt von Wolfgang Fellner Kommentare zu Fußballspielen abgibt, ist ja noch nachvollziehbar. Doch jetzt soll dieser Mann plötzlich auch Politikexperte sein?

Kopfschütteln über Politik-Expertise eines Fußballers

Man staunt als Leser, verfolgt man die tendenziöse Berichterstattung, die – wohl aus pekuniären Gründen – Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz von der ÖVP, gelinde ausgedrückt, schmeichelt. Aber seit Fellner, dem offensichtlich die Experten für eine halbwegs fundierte Pro-Kurz-Expertise ausgegangen sind, Fußballer über Politik sprechen lässt, bleibt einem nur noch das Kopfschütteln.

Frenkie Schinkels rechnet mit der Politik ab

Wirklich wahr: Die Fellner-Journaille titelte allen Ernstes mit „Frenkie Schinkels rechnet mit der Politik ab“. Seine Abrechnung zielt freilich auf jene, die Sebastian Kurz abgewählt haben. „Ist das ein Wahnsinn?“, fragt er, und zum Schluss resümiert er mitleidig: „Sebastian Kurz hat mir leid getan. Der ist auch nur ein Mensch!“

Fellners Absicht ist leicht zu durchschauen. Er möchte auch bei den Fußballfans Stimmung für Kurz und gegen alle anderen machen. Sonst hätte er solchen Schwachsinn wohl nicht verzapfen lassen und in sein Blatt geschrieben. Wer wirklich Schuld hat an der jetzigen Regierungskrise, ist ja unschwer zu erkennen: ganz allein Sebastian Kurz.

ÖVP wollte Innenministerium wieder schwarz machen

Denn bestätigt ist: Nach dem Rücktritt von Vizekanzler Heinz-Christian Strache aufgrund des „Ibiza-Videos“ war mit dem Koalitionspartner FPÖ ein Weiterarbeiten gemäß Koalitionsvertrag ausgemacht. Bis Kurz den Befehl – womöglich von schwarzen Landeshauptleuten – bekam, auch Innenminister Herbert Kickl abzuservieren. Mit dem fadenscheinigen Argument, dass Kickl 2017, als das Ibiza-Video aufgenommen wurde, als Generalsekretär der FPÖ für die Parteifinanzen und daher auch für die Verarbeitung allfälliger illegaler Parteispenden verantwortlich war.

Der Schmäh mit Kickls Zuständigkeit für FPÖ-Finanzen

Kickl könne somit nicht „gegen sich selbst ermitteln“, also müsse er gehen, erklärte Kurz. Doch, wie sich rasch herausstellte, war Kickl als Generalsekretär für Finanzen gar nicht zuständig. So etwas macht (nicht nur) in der FPÖ der dafür verantwortliche Finanzreferent. Zudem gibt es bis heute keinerlei Ermittlungen gegen die FPÖ wegen unsauberer Parteifinanzierungen – weil es keine gab.

ÖVP wollte Justiz- und Innen-Ressort – warum wohl?

Kickl erwies sich dennoch konsensbereit, bot an, um die erfolgreiche Regierungsarbeit fortführen zu können, den Sessel zu räumen, und zwar für einen anderen freiheitlichen Innenminister. Dem stimmte die ÖVP aber nicht zu. Damit war klar: Kurz ging es nicht um Kickl, sondern um das Innenressort, das er, wie bereits das Justiz-Ressort, in ÖVP-Hände bringen wollte. Warum, wird uns die Geschichte zeigen, denn die Wahrheit kommt irgendwann ans Licht.

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