Während einige den Sturz von Parteichef Andreas Babler herbeisehnen, kommt scharfer Gegenwind aus dem Kulturbereich: Star-Autor Robert Menasse bezeichnet Zeilers Vorgehen als peinliche Inszenierung und empfiehlt ihm stattdessen eine Beraterrolle.
Prominente Schützenhilfe für den bedrängten Parteichef
Die angekündigte Ambition des Medienmanagers Gerhard Zeiler, die Führung der kriselnden Sozialdemokratie zu übernehmen, trifft auf heftigen Widerstand im eigenen Milieu. Während altgediente SPÖ-Granden wie die früheren Landeshauptleute Franz Voves und Hans Niessl offen mit einer Ablöse von Parteichef Andreas Babler sympathisieren, schaltet sich nun der preisgekrönte Schriftsteller Robert Menasse in die Debatte ein. Der parteinahe Autor bezieht in den sozialen Netzwerken unmissverständlich Stellung gegen Zeiler und wirft ihm vor, der Bewegung durch seine öffentlichen Vorstöße schwer zu schaden.
Scharfe Vorwürfe gegen Zeilers Vorgehen
In einer ausführlichen Wortmeldung spart Menasse nicht mit deutlicher Kritik am Auftreten des Herausforderers. Er kreidet dem 71-Jährigen vor allem fehlende Teamfähigkeit, „übersteigerte Eitelkeit“ und eine erstaunliche Realitätsblindheit an. Besonders der Umstand, dass Zeiler seine Bereitschaft zur Übernahme der Partei über die Medien verkündete, wird von Menasse scharf verurteilt. Es grenze an politischen Surrealismus, wenn ein Quereinsteiger auf dem Marktplatz fordere, von einer Traditionspartei gerufen zu werden, statt geordnete innerparteiliche Wege zu beschreiten.
„Peinliche Selbstbeschädigung“ statt konstruktiver Hilfe
Nach Ansicht Menasses stellt der öffentliche Vorstoß eine „peinliche Selbstbeschädigung“ dar, die der geschwächten Bewegung in ihrer aktuellen Situation weiter zusetze. Statt Parteichef Babler in den Rücken zu fallen, hätte Zeiler seine jahrzehntelange Expertise als Medienmanager als Berater einbringen können. Menasses Ausfall richtet sich dabei nicht nur gegen Zeiler selbst, sondern trifft auch die hinter dem Vorstoß stehende Altgarde der Partei. Der verfahrene Richtungsstreit offenbart damit einmal mehr die tiefen Gräben, die quer durch die Anhängerschaft der Sozialdemokratie verlaufen.
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