Als damaliger ÖVP-Bundeskanzler kam für Karl Nehammer Energie aus heimischer Atomkraft nicht in Frage. Da ging es schließlich um Wählerstimmen. Heute, als Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB), schaut die Sache schon anders aus.
Mit Arbeitgeber wechselte auch die Meinung
Dass sich die Meinung des ÖVP-Politikers so radikal ändert, hängt vermutlich damit zusammen, wer gerade seinen Gehalt bezahlt. Und das ist derzeit die Investitionsbank in Luxemburg, wo Nehammer seine Brötchen verdient. Und diese Bank vergibt erstmals seit vier Jahrzehnten wieder frisches Geld für ein Atomkraftprojekt. Laut EIB fließen 40 Millionen Euro an den finnischen SMR-Produzenten Steady Energy. Das Unternehmen arbeitet an kleinen modularen Kernreaktoren.
Gleich gut qualifiziert wie für Auftritt in Staatsoper
Nehammer steht nicht nur schweigend daneben, sondern der frühere Anti-Atom-Kanzler unterstützt das Projekt ganz im Sinne seines Arbeitgebers.
Der Alt-Kanzler, der neuerdings Vollbart trägt, um vermutlich dem Aussehen eines Bankdirektors ähnlicher zu sein, wurde – wie berichtet – von der Verlierer-Ampel in diesen Top-Job mit einem Jahresbruttogehalt von sage und schreibe 300.000 Euro gehievt. In einem Bericht in der Presse schrieb damals die Autorin Rosemarie Schwaiger:
Für einen Job bei der EIB ist Nehammer ungefähr gleich gut qualifiziert wie für einen Auftritt im Ballett der Wiener Staatsoper.Â
