Die Briefwahl steht erneut unter Verdacht, anfällig für Manipulation zu sein. Zuletzt sorgte eine Diskrepanz im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt für Verwunderung: Dort konnte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund in manchen Orte mehr als 60 Prozent an der Urne verbuchen, aber nur 24,5 Prozent bei den Briefwählern.
Vertrauen in Briefwahl dahin
Die Österreicher kennen das Szenario von der Bundespräsidenten-Wahl 2016, als FPÖ-Kandidat Norbert Hofer nach der Stimmenauszählung scheinbar uneinholbar in Führung lag, doch nach dem Briefwahl-Ergebnis Alexander Van der Bellen die Nase vorne hatte. Seither ist das Vertrauen der Bürger in die Briefwahl ziemlich gesunken.
Mögliche Manipulation
Dass dabei nicht immer alles mit rechten Dingen zugeht, vermuten viele auch in Sachsen-Anhalt, wo eine Briefwahl-Abweichung von bis zu 39 Prozent festgestellt werden konnte. Im Gegensatz zur Urnenwahl, deren Abläufe transparent sind und von Wahlbeobachtern zu jedem Zeitpunkt eingesehen werden können, liefert die Briefwahl viele Anknüpfungspunkte für mögliche Manipulation.
Betrug im Seniorenheim
Missbrauch im größeren Stil erscheint vielen als möglich, speziell im Alten- und Pflegeheimen. Das Compact-Magazin äußerte schon vor der Wahl in Sachsen-Anhalt einen Verdacht auf Betrug. In einer Seniorenresidenz soll manipuliert worden sein, indem man im Namen einer Bewohnerin per Brief abgestimmt haben soll – ohne Wissen der Bevollmächtigten. Der Neffe der dementen 95-Jährigen habe inzwischen Strafanzeige gegen Unbekannte gestellt.Â
