„Das ist ein Politversagen der Sonderklasse“, urteilt heute, Freitag, der Chefredakteur der Kronen Zeitung, Klaus Herrmann, in seinem Kommentar. Was den Journalisten so aus der Fassung bringt, ist die Diskussion der ORF-Reform, die SPÖ-Medienminister Andreas Babler zur Unzeit durchführt.Â
Pferd wird von hinten aufgezäumt
Babler, so der Vorwurf von Herrmann, würde das Pferd von hinten aufzäumen. Zuerst installiere man einen neuen Generaldirektor, bei dem ruchbar wurde, dass sich das Kanzleramt schon bei der Ausschreibung für Clemens Pig entschieden habe. Dieser würde dann über vier Direktoren und neun Landesdirektoren entscheiden.
Fehler im Zeitablauf
Zuerst würden also die Führungspositionen einzementiert, erst danach beginne man zu reden, ob die Österreicher weiterhin via Haushaltsabgabe den ORF bezahlen müssten, wie der öffentlich-rechtliche Auftrag definiert sein würde, wie der unsägliche Stiftungsrat zerschlagen und durch einen kleinen, qualifizierten Aufsichtsrat ersetzt werden könne. Und ob der ORF künftig von einem dreiköpfigen Vorstand statt von einem Generaldirektor mit vier Unterdirektoren geführt werde.
Herrmann ist sich sicher:
Das ist ein Politversagen der Sonderklasse – man schadet dem ORF, dem Medienstandort. Aber vor allem schadet sich die Politik wieder einmal selbst.
