Die FPÖ hält sich weiterhin auf historisch hohem Niveau, auch Parteichef Herbert Kickl kann sich über großen Zuspruch freuen – viel weniger Freude mit den aktuellen Umfrageergebnissen dürfte man hingegen bei der Sozialdemokratie haben.

11. September 2026 / 06:29 Uhr

SPÖ nur noch knapp vor Grünen, FPÖ hält bei 39 Prozent, Kickl gewinnt Kanzlerfrage

Die SPÖ stürzt immer tiefer. In der neuen Lazarsfeld-Umfrage für oe24 kommen die Roten nur noch auf 14 Prozent. Gleichzeitig hält die FPÖ bei 39 Prozent – und liegt damit meilenweit vor der Partei von Vizekanzler Andreas Babler. FPÖ-Obmann Herbert Kickl kommt derweil in der fiktiven Kanzlerfrage auf mehr Zustimmung als alle anderen Parteichefs zusammen.

Nächster Tiefschlag für Babler

Für die SPÖ ist das Ergebnis ein neuer Tiefpunkt: Lazarsfeld errechnet für die SPÖ 14 Prozent, ein Minus von einem Punkt gegenüber der vorherigen Erhebung.

Damit liegt die Partei fünf Prozentpunkte unter ihrem Ergebnis bei der Nationalratswahl 2024. Besonders bitter: Erst vor zwei Wochen war die SPÖ mit 15 Prozent auf einen damaligen Umfrage-Tiefstwert gefallen. Jetzt geht es für die Roten schon wieder einen Schritt nach unten.

Grüne sitzen der SPÖ im Nacken

Noch brisanter wird die Lage beim Blick auf die Grünen. Leonore Gewesslers Partei erreicht 13 Prozent und liegt damit nur noch einen einzigen Prozentpunkt hinter der SPÖ. Ein weiteres Abrutschen der Roten könnte das Kräfteverhältnis damit endgültig verändern.

Auch die KPÖ schafft laut der Erhebung vier Prozent und wäre damit wieder im Bereich des Einzugs in den Nationalrat. Gemeinsam kommen Grüne und Kommunisten auf 17 Prozent und damit mehr als die SPÖ allein. Für Bablers Versuch, linke Wähler zurückzugewinnen, ist das ein schwerer Dämpfer.

ÖVP bleibt über 20 Prozent

Während die SPÖ weiter verliert, kann die ÖVP ihren Absturz zumindest vorerst bremsen. Bundeskanzler Christian Stocker und seine Volkspartei kommen auf 21 Prozent. Das liegt zwar ebenfalls deutlich unter dem Ergebnis der Nationalratswahl, bedeutet gegenüber der vorherigen Entwicklung aber Stabilität.

Die NEOS erreichen sieben Prozent und liegen damit ebenfalls unter ihrem Wahlergebnis. Für die amtierende Verlierer-Ampel aus ÖVP, SPÖ und NEOS ergibt sich damit ein ernüchterndes Bild.

Kickl-FPÖ marschiert davon

Der große Gewinner der Umfrage ist – erneut – Herbert Kickls FPÖ. Die Freiheitlichen kommen auf satte 39 Prozent und bleiben damit auf Rekordkurs. Keine andere Partei erreicht auch nur annähernd diesen Wert.

Besonders deutlich zeigt sich die Dominanz Kickls bei der Kanzlerfrage. In der separaten Lazarsfeld-Erhebung würden ihn laut den von oe24 veröffentlichten Rohdaten 34 Prozent direkt ins Kanzleramt wählen. ÖVP-Chef Christian Stocker kommt auf 13 Prozent, SPÖ-Chef Andreas Babler auf neun Prozent, Grünen-Chefin Leonore Gewessler auf sieben und NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger auf fünf Prozent.

Koalition verliert die Mehrheit

Für die amtierende Regierung wird die Entwicklung damit zunehmend unangenehm. Nach der oe24-Berechnung kämen ÖVP, SPÖ und NEOS gemeinsam derzeit nur auf 78 Mandate. Für eine Mehrheit im Nationalrat wären 92 Sitze notwendig.

Bei einer Nationalratswahl am kommenden Sonntag würde das derzeitige Kräfteverhältnis somit völlig anders aussehen als nach der Wahl 2024: Die FPÖ wäre mit großem Abstand stärkste Kraft, während die SPÖ auf ein historisches Umfragetief abrutscht und die Grünen bereits unmittelbar hinter den Roten stehen.

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