Drei von vier Österreichern halten Sorgen um die kulturelle Identität für berechtigt. Die FPÖ sieht dahinter das Versagen der Kartellparteien.

10. September 2026 / 11:27 Uhr

75 Prozent fürchten um Österreichs Kultur, jeder zweite möchte keinen Moslem als Nachbar

Fast jeder Zweite in Österreich würde sich an einem muslimischen Nachbarn stören. Das ist kein Stammtischgerücht, sondern das Ergebnis einer ÖIF-Studie, die Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) am Dienstag präsentiert hat.

Befragt wurden 1.016 Personen ab 16 Jahren. Die Peter Hajek Public Opinion Strategies GmbH hat die Erhebung zwischen 26. Februar und 9. März 2026 durchgeführt, Schwankungsbreite 3,1 Prozent. Die Frage zielte auf soziale Distanz: Bei welchen Nachbarn man sich gestört fühlen würde.

Asylwerber ganz oben, Muslime knapp hinter Arbeitslosen

Am härtesten fällt das Urteil bei Asylwerbern und Flüchtlingen aus: 28 Prozent würden sich sehr, weitere 35 Prozent eher gestört fühlen – zusammen 63 Prozent. Bei Roma und Sinti sind es 53 Prozent, bei Langzeitarbeitslosen 52 Prozent. Bei Muslimen liegen 20 Prozent bei „sehr“ und 29 Prozent bei „eher“, zusammen 49 Prozent.

Schwule, Lesben und Bisexuelle sowie Juden gelten laut Studie für eine große Mehrheit als eher nicht oder gar nicht störend. Die höchste Akzeptanz haben Menschen mit Behinderungen und Menschen anderer Hautfarbe.

Migration als wichtigste Auseinandersetzung

Als größtes Spannungsverhältnis zwischen Gruppen nennen 56 Prozent jenes zwischen Einheimischen und Zugewanderten – vor Links gegen Rechts mit 50 Prozent und Arm gegen Reich mit 40 Prozent. 75 Prozent halten Sorgen um die kulturelle Identität Österreichs für eher oder sehr berechtigt. 2018 lag dieser Wert bei 57 Prozent, 2024 bei 70 Prozent.

Politischer Islam als Problem, nicht als Tabu

Nach dem größten negativen Einfluss auf das Zusammenleben gefragt, landeten “Fake News” bei 54 Prozent vorn. Der politische Islam kommt auf 52 Prozent, gleichauf mit Kriegen und Terrorismus. Große Migrationsbewegungen folgen mit 51 Prozent.

FPÖ sieht Studie als Beleg für Einheitspartei-Versagen

FPÖ-Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch spricht von einer Farce: Die ÖVP präsentiere „ihr eigenes Asylversagen“. „Die ÖVP ist nicht der Problemlöser, sie ist das Problem selbst!“ Sie fordert einen Asylstopp und konsequente Remigration. Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp nennt die Studie eine „Ohrfeige mit Nachhall für die rot-pinke All-inclusive-Willkommenspolitik“.

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