Österreich feiert den Platz über dem OECD-Schnitt. Der Schnitt ist der niedrigste seit Beginn der Tests. Lesen 467 Punkte, die Türkei 472. Da der Durchschnitt allgemein auch im Sinkflug ist, stellt die Österreichische Regierung die Ergebnisse der PISA-Studie als Erfolg dar. Kritik an dieser Darstellung kommt aus der FPÖ.
Bildungsminister Wiederkehr beschönigt
Vor Österreich liegen in Naturwissenschaft unter anderem Estland (527 Punkte), Finnland (504), die Schweiz (501) und Irland (500). Österreich kommt auf 497, der OECD-Schnitt auf 482. Unangefochten vorn bleiben asiatische Systeme: die chinesischen Provinzen Peking, Schanghai, Jiangsu und Zhejiang sowie Singapur und Japan. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) nennt das Ergebnis trotzdem „internationales Spitzenfeld“.
Die Lücke im eigenen Klassenzimmer
Gleichzeitig liegen Schüler mit Migrationshintergrund in Naturwissenschaft mehr als drei Lernjahre hinter Altersgenossen ohne diesen Hintergrund. 67 Punkte Abstand zwischen autochthonen und migrantischen Schülern sind es in Österreich, 43 Punkte sind es im OECD-Schnitt.
FPÖ übt scharfe Kritik
FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl nennt die Ergebnisse ein „Alarmsignal“. Wenn Österreich beim Lesen hinter der Türkei liege, sei es „fünf nach zwölf“. Scharf geht er mit der neuen Schulregel ins Gericht: Die Pflicht zu eigenen Deutschförderklassen ist mit diesem Schuljahr gefallen, die Standorte dürfen die Förderung wieder selbst organisieren. Brückl sieht darin den falschen Weg. Wiederkehr hält dagegen an Sommerschule, Deutschförderung und späterer Digitalisierung fest und spricht weiter von „Licht und Schatten“.
