„Heute zu Gast bei unserem Lieblingssender“. So kündigte FPÖ-Parteichef Herbert Kickl sein ORF-Sommergespräch, heute, Montag, sarkastisch an. Tatsächlich dauerte es nicht lange, bis Moderatorin Simone Stribl unqualifizierte Fragen stellte.
Außer Kontrolle bei Remigrations-Frage
„In Österreich gibt es neun Millionen Einwohner, wie viele sollen Ihrer Meinung nach im Land bleiben?“, fragte die ORF-Moderatorin – und Kickl war empört: „Ist Ihnen das nicht zu blöd? Mann kann schon fragen, aber man kann auch blöd fragen“, antwortete der FPÖ-Obmann. Offenbar wollte Stribl Kickl unterstellen, mit dem Begriff „Remigration“ Massendeportationen durchführen zu wollen.Â
Bei Identitären auf dem Glatteis
Zuvor versuchte Stribl den FPÖ-Chef mit dem Thema „Identitäre“ unter Druck zu setzen, begab sich aber selbst aufs Glatteis. Sie konnte Kickl nicht belegen, dass die Identitären eine autoritäre Regierung installieren wollten, wie die ORF-Moderation es behauptete. Sie flüchtete sich darauf, dass dies im Verfassungschutz-Bericht stehen würde. Erst gestern, Sonntag, erklärte der deutsche Historiker Andreas Rödder auf ServusTV, dass der Verfassungsschutz eine politisch agierende Behörde sei.
Pensionsantrittsalter bei 65 Jahren
Sachthemen hatten im ORF-Sommergespräch weniger Platz. Zumindest konnte Kickl darlegen, das seine Partei im Pensionssystem bei einem Antrittsalter von 65 Jahren bliebe. Er fände die Pensionsschraube der Verlierer-Ampel unanständig jenen gegenüber, die ihr Leben lang gearbeitet und brav eingezahlt hätten. Sein Satz, „wir arbeiten, um zu leben, aber wir leben nicht, um nur zu arbeiten“, klang wie ein Satz aus dem FPÖ-Parteiprogramm.
Noch kein Regierungsplan beim Wehrdienst
Zum Thema „Wehrdienst“ wollte sich der FPÖ-Chef noch nicht äußern, „denn wir wissen bis heute nicht, was die Regierung tatsächlich vorhat“. Was bisher bekannt sei, wäre der mieseste Kompromiss der Dreierkoalition.Â
Alarmismus mit Hitzetoten
Und als Stribl Alarmismus verbreitete, dass es durch den menschengemachten Klimawandel Hitzetote geben würde, erklärte Kickl der ORF-Moderatorin wie einer Schülerin, dass der Mensch in der Erdgeschichte der kleinste Faktor sei. Natürlich gebe es Veränderung, das habe es schon immer gegeben. Und weil irgendwann die fossile Energie zu Ende gehe, sei er für den Ausbau der erneuerbaren Energie. „Aber man soll das nicht übers Knie brechen und die Österreicher Milliarden zahlen lassen, ohne dass sich klimatisch etwas entscheidend verändert“.
