Marine Le Pen legt die Axt an Frankreichs Zahlungen nach Brüssel. Beim ersten großen Aufeinandertreffen der Präsidentschaftskandidaten im Pariser Tennisstadion Roland-Garros forderte die Chefin des Rassemblement National (RN), den Nettobeitrag auf fünf Milliarden Euro zu deckeln.
Fünf statt acht Milliarden
„Es besteht kein Grund, warum wir mehr als fünf Milliarden Euro Nettobeitrag leisten sollten“, sagte Le Pen vor dem Unternehmerverband Medef. Nach staatlichen Angaben lag Frankreichs Nettobeitrag 2024 bei knapp acht Milliarden Euro – bereits abzüglich der Rückflüsse aus EU-Töpfen.
Der Bruttobeitrag liegt deutlich höher: Für 2026 werden rund 29 Milliarden Euro genannt. Die Frontfrau der französischen Rechtspartei, die Umfragen zufolge mit 33 bis 35 Prozent vorn liegt, will den Transfer nach Brüssel damit kräftig zusammenstreichen. Parteichef Jordan Bardella hatte im Juni gegenüber Politico bereits eine deutliche Kürzung des Nettobeitrags angekündigt.
Sparkurs gegen den Schuldenberg
Le Pen kündigte zugleich an, vor dem Herbstbudget einen Plan mit 125 Milliarden Euro Einsparungen vorzulegen. Neben dem EU-Beitrag nannte sie die Kosten der Einwanderung und den aufgeblähten Staatsapparat. „Natürlich kommt die Einwanderung unserem Sozialsystem sehr teuer zu stehen“, sagte sie. Frankreich gehört zu den höchstverschuldeten Ländern der Eurozone.
