Neos-Bildungsstadträtin Bettina Emmerling wirft eine eher symbolische Lösung in die Debatte über überhitzte Klassenzimmer ein.

7. August 2026 / 08:29 Uhr

Lösung für Hitze im Klassenzimmer: Frühere Sommerferien auf dem Prüfstand

Wenn die Temperaturen in den Klassenzimmern steigen, wird konzentriertes Lernen zur Belastung. Eine Binsenweisheit, die auch für alle anderen Arbeiten gilt.

Sommerferien werden zum Streitfall in Wien

Die Personalvertreterin der Lehrergewerkschaft Melanie Rössler (FSG) erklärte:

Die derzeitigen Temperaturen in vielen Schulen machen Lernen nahezu unmöglich.

Die Lehrergewerkschaft fordert daher Maßnahmen.

Emmerling bringt frühere Ferien ins Spiel

Wiener Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) hat daher eine Debatte über den Ferienkalender angestoßen. Sie verweist darauf, dass die Belastung im Juni besonders hoch sei, während ab Mitte August die Tage kürzer und die Nächte kühler würden. Daher sei eine Vorverlegung der Sommerferien für sie ein konkreter Vorschlag.

Bildungsminister Christoph Wiederkehr bezeichnete die Idee seiner Parteikollegin als „prinzipiell interessant“. Sie müsse aber geprüft und mit allen Beteiligten auf ihre Umsetzbarkeit abgestimmt werden.

Keine Hitzeferien

Ein generelles „hitzefrei“ ist derzeit nicht vorgesehen. Schulen müssen zunächst gelindere Maßnahmen ergreifen, etwa Unterricht in kühlere Bereiche, ins Freie oder in schattige Parks verlegen, Pausen verlängern oder körperlich anstrengende Aktivitäten vermeiden.

Schulfrei ist nur bei Unbenützbarkeit des Schulgebäudes möglich.

ÖVP: Augustunterricht löst das Hitzeproblem nicht

Die Wiener ÖVP übt Kritik an Emmerlings Überlegungen. Bildungssprecher Harald Zierfuß nennt einen Schulbeginn im August „vollkommen am Problem vorbei“:

Ein Schulbeginn im August mit 41 Grad ist wohl kaum besser als Schule im Juni. Die vergangenen Tage haben deutlich gezeigt, dass der August von noch stärkeren Hitzewellen geprägt sein kann.

Allerdings will Emmerling den Semesterstart nicht auf Anfang, sondern auf Ende August vorverlegen.

Geld spielt keine Rolle

Die Diskussion über frühere Ferien könne „maximal eine Blendgranate sein, um von der Untätigkeit bei der Kühlung in den Gebäuden abzulenken“, so Zierfuß. „Damit Schüler passende Rahmenbedingungen zum Lernen bekommen, brauchen wir konkrete Maßnahmen zur Kühlung der Schulen und Kindergärten.“

Wer das bezahlen soll, verrät die ÖVP nicht.

FPÖ fordert Hitzeschutz-Offensive

FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss stößt ins gleiche Horn. Er lehnt eine Verschiebung des Ferienkalenders ab. „Wenn den Neos nichts mehr einfällt, wird eben am Kalender herumgeschraubt“, erklärt er.

Anstatt die Sommerferien vorzuziehen, müsse die Stadt die Schulen „endlich fit für heiße Tage“ machen. Das Problem liege aus seiner Sicht in fehlender Beschattung, Kühlung und moderner Gebäudetechnik.

Auch FPÖ: Forderung nach Geld

„Hitzewellen wird es auch künftig von Juni bis September geben. Wer glaubt, sie durch eine Verschiebung der Sommerferien lösen zu können, betreibt reine Symbolpolitik“, so Krauss. Er fordert deshalb eine „Hitzeschutz-Offensive für Wiens Schulen“. Diese koste Geld, sei aber „die einzige nachhaltige Lösung“.

Auswirkungen auf Wirtschaft

Darüber hinaus warnt der FPÖ-Politiker vor Folgen für Familien, Tourismus und Betriebe. Eine Änderung des Sommerferienkalenders hätte seiner Ansicht nach weitreichende organisatorische und wirtschaftliche Auswirkungen.

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