Statt die Bürger angesichts der hohen Inflationsrate zu entlasten, macht die rot-pinke Stadtregierung genau das Gegenteil. Während Strom- und Gaspreise europaweit wieder sinken, bleibt Wien einer der teuersten Fernwärme-Standorte Europas.
Kürzung von Rabatten
Der zu 100 Prozent im Besitz der Stadt gelegene Versorger Wien Energie kündigte an, die Fernwärmepreise in der kommenden Heizperiode deutlich anzuheben. Für einen Durchschnittshaushalt mit 70 Quadratmetern Wohnfläche sollen die Mehrkosten rund zwölf Euro monatlich betragen.
Grund ist nicht allein die explodierte Gaspreis-Situation, sondern eine Kürzung der bisherigen Rabatte: Der Zuschuss auf den Arbeitspreis wird von 43 auf 37 Prozent reduziert, der Rabatt auf den Grundpreis entfällt völlig. Die FPÖ zeigt sich empört:
Wer die Preise absichtlich in die Höhe treibt, nimmt in Kauf, dass Menschen in ihrer eigenen Wohnung frieren müssen.
Gebührenlawine bei kommunalen Dienstleistungen
Die Fernwärmemodelle in Wien sind zu einem Teil direkt durch einen behördlichen Bescheid geregelt. Dieser wird sodann von Landeshauptmann und SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig persönlich unterzeichnet.
Doch Wien setzt nicht nur beim Heizen an: Auch auf anderen Feldern wird kräftig zugelangt. Zum Jahreswechsel 2025 wurden die Gebühren für Wasserversorgung, Abwasser, Abfallentsorgung und Parkscheine um knapp 5,9 Prozent angehoben.
„Preisschock bei Wien Energie“
Die Opposition kritisiert den „Preisschock bei Wien Energie“. Ludwig hätte die Möglichkeit, per Bescheid eine Preisanpassung nach unten zu verfügen. „Er tut es nicht,“ sagt FPÖ-Wien-Landesparteiobmann Stadtrat Dominik Nepp. Das sei „eine bewusste Entscheidung gegen die Wiener Haushalte.“
Ähnlich argumentiert auch Peter Kraus, Parteivorsitzender der Grünen Wien:
Anstatt endlich einzugreifen, lässt Bürgermeister Ludwig die nächste Teuerungswelle bei der Fernwärme einfach zu. Die Zeche dafür zahlen die Wienerinnen und Wiener.
Kontrolle selbst ausgeschaltet
ÖVP-Landesparteiobmann Markus Figl kritisiert die fehlende Kontrollmöglichkeit und erinnert, dass die SPÖ 2023 auf Bundesebene verhindert hatte, dass die Regulierungsbehörde E-Control auch die Fernwärme prüft. „Damit wurde eine echte, neutrale Kontrolle bewusst blockiert.“


