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10. September 2011 / 09:18 Uhr

Türkisch-israelischer Konflikt spitzt sich zu

 Recep Tayyip ErdoganNach dem israelischen Angriff auf die türkische Gaza-Hilfsflotte, bei dem acht Türken und ein Amerikaner ums Leben kamen, verschlechterten sich die Beziehungen zwischen den beiden Staaten zusehens. Die Türken forderten eine Entschuldigung – oder zumindest ein Zeichen von Reue, wie es eine UN-Resolution empfahl – was die Israelis bis zum heutigen Tag mit Hinweis auf die Rechtmäßigkeit der Blockade verweigern. Die Türkei beginnt nun mit konkreten Maßnahmen gegen Israel.

Recep Tayyip Erdogan

Recep Tayyip Erdogan

Erdogan will Israel in die Schranken weisen.
Foto: World Econmomic Forum / swiss-image.ch / Andy Mettler

Landwirtschaftsminister Mehdi Eker forderte zu einem Boykott israelischen Saatgutes auf und schlägt damit in die gleiche Kerbe wie Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Dieser hatte sich kürzlich über das Einfrieren aller Handelsbeziehungen geäußert, was jedoch kurz darauf korrigiert wurde. Die Herabstufung der diplomatischen Beziehungen steht jedoch fest – ebenso wie die Ausweisung des israelischen Botschafters und das Ende der türkisch-israelischen militärischen Zusammenarbeit.

Die neuesten politischen Entwicklungen innerhalb der Türkei, die gleichermaßen auf eine angestrebte Machterweiterung sowie eine Islamisierung des Landes schließen lassen, bereiten vielen politischen Beobachtern Sorgen. Israel ist im Begriff, seinen letzten Verbündeten im Nahen Osten zu verlieren – Erdogan kündete sogar an, die nächste Gaza-Hilfsflotte zur Sicherheit in Begleitung von Kriegsschiffen auf den Weg zu schicken: "Israel hat sich als Antwort auf UN-Resolutionen immer wie ein verzogenes Kind verhalten. Israel glaubt, dass es sich weiter so benehmen kann, ohne bestraft zu werden."


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