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4. September 2014 / 16:00 Uhr

72-jährige Mindestrentnerin soll für Flüchtlinge aus Wohnung geworfen werden

Frau Waltraud Z. staunte nicht schlecht, als ein Brief von ihrem Vermieter ins Haus flatterte. Die 72-jährige Bezieherin einer kargen Mindestrente hätte ihre Wohnung in Salzburg-Aigen bis zum 30. April 2015 räumen sollen, um einer Gruppe von Flüchtlingen Platz zu machen. Sie selber hat sogar zwanzig lange Jahre für den Vermieter und Wohnbauträger „Heimat Österreich“ gearbeitet und wäre dann auf der Straße gestanden, weil sie Asylanten Platz machen muss.

Dreiste Vermieterpraktiken

Konkret heißt es im Schreiben der Wohnbauträger, welche sich aus der Caritas, der Raika und dem Bistum St. Pölten zusammensetzen: „Hiermit dürfen wir Ihnen bekannt geben, dass Ihr Mietvertrag per 30. April 2015 nicht verlängert werden kann, da diese Wohnung dringend zur Wohnversorgung von Flüchtlingen benötigt wird. Die weitere Vergabe obliegt der Diakonie Salzburg.“

Der Sohn von Frau Z. setzte sich daraufhin für das Anliegen seiner 72-jährigen Mutter ein und fragte beim Vermieter nach, wohin Frau Z. denn nun solle und was geschehen würde, wenn man die Wohnung nicht zum genannten Datum räumen würde.

Endstation Straße

„Werden Sie schon sehen, was passiert“, war die bedrohliche und karge Antwort der Verantwortlichen bei der Heimat Österreich. Man müsse Verständnis für die Situation der Asylsuchenden haben, hieß es weiter bei der zuständigen Diakonie.

Auf viel Druck des Sohnes von Waltraud Z. wurde der Vertrag der betagten Dame nun verlängert und sie darf ihre Wohnung behalten. Die Absichten des Vermieters dürften klar sein: Pro Flüchtling gibt es pro Tag 19 Euro vom Bund beigesteuert. Bei einer Wohnung mit vier bis fünf Personen macht das immerhin 2.300 bis 3.000 Euro im Monat.

Bereits in der Vergangenheit musste ein Nachbar in der Ferdinand-Raimund-Straße die Wohnung räumen. Aus Angst vor der Polizei und der Drohung mit der Staatsanwaltschaft wurde das Heim verzweifelt verlassen. Bitter jedoch: Die Nachbarn waren Flüchtlinge aus Nepal, die nun anderen Flüchtlingen Platz machen sollten und abermals auf der Straße stehen.

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