Wurde in geheimer Brüsseler Ministerialrunde beschlossen, den Leuten beim Telefonieren weiter das Geld aus der Tasche zu ziehen?

16. Mai 2015 / 14:00 Uhr

Noch geheim: EU will Roaminggebühren gar nicht abschaffen

Werden die Bürger von den EU-Politikern nur noch an der Nase herumgeführt? Neuester Schock für die Europäer: Die Roaminggebühren, die EU-Kommission und EU-Parlament ursprünglich per Gesetz bis Juli 2016 ersatzlos abschaffen wollten, sollen noch jahrelang weiter bestehen. Das berichtete die Bild-Zeitung am Freitag unter Berufung auf ein Geheimpapier aus dem Europäischen Rat vom 27. April 2015.
Dem Bericht zufolge habe sich der zuständige EU-Ministerrat darauf verständigt, ab 1. Jänner 2016 lediglich bis zu knapp definierten Obergrenzen sogenannte „Roam like at home“-Tarife für EU-Bürger einzuführen, die ihr Handy oder Smartphone im EU-Ausland nutzen.

Reding: Müsste Volksaufstand geben

Konkret sei geplant, bei Anrufen aus dem Ausland nur 50 Minuten pro Jahr zu den jeweiligen Inlandskonditionen zu gestatten, berichtete die Bild. Nach Überschreiten dieses Grenzwertes sollten weiterhin Roaminggebühren fällig werden, die aktuell 0,19 Euro pro Minute für getätigte Anrufe sowie 0,05 Euro pro Minute für angenommene Anrufe betragen. Ebenso sei vorgesehen, dass EU-Bürger im Ausland nur 50 SMS pro Jahr zu den jeweiligen Inlandsbedingungen abschicken können. Ab dem 51. SMS würden wiederum Roaminggebühren fällig (aktuell 0,06 Euro pro SMS).


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Die EU-Parlamentarierin und frühere EU-Kommissarin Viviane Reding bezeichnete die Pläne laut Bild als „Schande“. „Eigentlich müsste es einen Volksaufstand geben“, sagte Reding. „In geheimen Brüsseler Ministerialrunden wird beschlossen, den Leuten weiter das Geld aus der Tasche zu ziehen.“


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