Seit 2008 veranstaltet der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderates der Dompfarre St. Stephan und Philosoph Dr. Johannes Berchtold die Nacht der Mystik. Heuer steht der Mystiker Bonaventura im Zentrum der Veranstaltung, dessen Texte vorgetragen werden. Die Nacht der Mystik findet am 4. November 2016 ab 20 Uhr im Wiener Stephansdom statt. Der gesamte Stephansdom wird mit seinen architektonischen Weiten in das Mysterienspiel eingebunden sein.
Musikalisch wird diese geistliche und philosophische Veranstaltung mit Orgelwerken von Orgelwerken von J. J. Froberger, Max Reger u.a. umrahmt. Der Franziskaner Bonaventura, mit bürgerlichem Namen Giovanni Fidanza, war Ordensgeneral, Kardinalbischof von Albano und Kirchenlehrer. Seinen Namen Bonaventura erhielt er in Folge eines Ausrufs, des im Sterben liegenden heiligen Franziskus. Auch in der anglikanischen und evangelischen Kirche mit Gedenktagen an diesen Mystiker erinnert.
Johannes Berchtold als Initiator der Mystik-Nächte
Veranstalter Johannes Berchtold, ein freiheitliches Urgestein, ist als Mitglied des Pfarrgemeinderates zu St. Stephan gemeinsam mit Dompfarrer Toni Faber langjähriger Mentor der Nacht der Mystik. Berchtold, ursprünglich aus Vorarlberg stammend, ist als Geisteswissenschaftler ein ausgewiesener Kenner der klassischen Philosophie des Abendlandes. Von 1994 bis 2000 war er unter anderem Mitherausgeber des Jahrbuchs „Freiheit und Verantwortung“ des freiheitlichen Bildungsinstituts. Neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit in der Pfarre St. Stephan ist Berchtold Männerforscher und Abteilungsleiter im Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz.
Seit 2008 steht die Veranstaltungsreihe im Zeichen des Dialogs zwischen Mystik, Religion und Kunst. Berchtold tritt mit seiner Veranstaltung bewusst gegen die in den letzten Jahren und Jahrzehnten vor allem in den christlichen Religionsgemeinschaften stattgefundenen Vernachlässigung der Mystik ein.
Die feierliche Mysterienveranstaltung, die alle Jahre wieder im heiligen Dom zu St. Stephan durchgeführt wird, soll wieder einen Dialog zwischen der christlichen Religion und der Mystik auslösen und weitertragen. Im Zentrum steht das individuelle Erfassen des Übersinnlichen.