Es ist eine beachtliche Summe, die eine Anfrage des FPÖ-Nationalratsabgeordenten Philipp Schrangl an Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) zu Tage brachte. Laut Anfragebeantwortung verschlangen rein die Gesundheitskosten für Häftlinge in nur sechs Jahren mehr als 463 Millionen Euro.
Die medizinische Versorgung von Häftlingen ist teurer – nämlich dreimal so hoch wie die üblicher Patienten, wie auch der Rechnungshof in einem Bericht aus dem Jahr 2012 festgehalten hat.
Kosten pro Häftling haben sich verdoppelt
29,3 Millionen Euro kostete die medizinische Versorgung von Häftlingen im Jahr 2000. Zuletzt 2016 wurden die Kosten mit mehr als 86 Millionen Euro beziffert. Teurer wurde es allerdings nicht nur, weil Österreich mehr Häftlinge hat. Pro Kopf stiegen die Kosten von 4.276 Euro (2000) auf 9.791 Euro (2016) – und haben sich somit mehr als verdoppelt.
Psychiatrische Anstalten verschlingen die Hälfte der Kosten
Die Justizanstalt hat eigene Ärzte angestellt, deren Leistungen nach Kassentarif abgerechnet werden, heißt es in der Anfragebeantwortung. Das sei günstiger als eine Einzelabrechnung.
Den größten Anteil an den Ausgaben verursachte die externe Unterbringung geistig abnormer Rechtsbrecher in psychiatrischen Anstalten. Allein 2009 entfielen darauf bereits 50 Prozent der Gesamtausgaben, stellte der Rechnungshof fest. Unter die Lupe genommen wurden auch die Kosten der Medikamente. 2000 kostete der Ankauf 2,76 Millionen Euro, acht Jahre später waren es bereits 8,19 Millionen Euro, 2010 sanken die Kosten auf 7,3 Millionen Euro.