Brennende Mülltonnen, blockierte Lycées, Molotowcocktails auf Polizisten: Frankreich erlebt seit Ende September den puren Ausnahmezustand, ausgelöst durch überwiegend migrantische Schüler. FPÖ-Chef Herbert Kickl spricht auf Telegram von „irren Szenen“ und „purem Chaos“. Wer das als Schülerprotest verkaufe, habe „rein gar nichts verstanden“.
Von der Vorort-Blockade zum Flächenbrand
Angefangen hat es am 21. September am Lycée Saint-Exupéry in Créteil bei Paris, wegen unbesetzter Lehrerstellen. Seither ziehen die Blockaden durchs Land. Am Dienstag zählte das Innenministerium rund 256.000 Teilnehmer in gut 30 Städten, die Veranstalter sprachen von 450.000. In Paris, Lyon, Straßburg und Rennes setzte die Polizei Tränengas und Wasserwerfer ein. Bildungsminister Édouard Geffray meldete 24 niedergebrannte oder geplünderte Schulen.
In Nancy warf die Präfektur Demonstranten Feuerwerkskörper und Molotows vor. Premier Sébastien Lecornu sprach vom schwersten Blutzoll für das Schulsystem seit Jahrzehnten: 215 verletzte Jugendliche, 85 Schulbedienstete, mehr als 700 verletzte Polizisten. Seit Beginn der Bewegung wurden über 6000 Menschen festgenommen, die große Mehrheit Minderjährige.
Wer hier noch von harmlosen Demos spricht
In Lens riss am Montag einem 15-Jährigen eine Polizeigranate die Hand ab, nachdem 200 bis 250 Schüler Beamte mit Steinen und Feuerwerk beworfen hatten. In Tours verlor ein 16-Jähriger die Sehkraft eines Auges. Innenminister Laurent Nuñez wies den Vorwurf der Repression zurück: „Man kann hier nicht von polizeilicher Repression sprechen.“ Die Regierung und der Rassemblement National werfen der linksextremen La France insoumise vor, die Blockaden anzuheizen. Deren Chef Jean-Luc Mélenchon spricht von Polizeigewalt und weist die Vorwürfe zurück.
Tagesschau und ZDF erklären die Kundgebungen unterdessen mit Lehrermangel und maroden Gebäuden. Die NZZ hält fest, oft sei unklar, ob jene, die Feuer legen, überhaupt noch Schüler sind.
Kickl spricht Klartext und warnt vor ähnlichen Zuständen in Österreich
Kickl sieht in den Videos vor allem Jugendliche und Männer „aus migrantisch geprägten Milieus“ und verlangt eine „völlige Trendumkehr in der Asyl- und Migrationspolitik“. Er kritisiert die Verharmlosung der Mainstream-Medien und mahnt zur Achtsamkeit:
Das ist wirklich nicht mehr normal! Gäbe es die sozialen Medien nicht, würde vieles gar nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Wer solche französischen Verhältnisse bei uns nicht will, der muss handeln.
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