„Jetzt wird es aber lächerlich!“, sagte der jüdische Publizist Peter Sichrovsky in der ServusTV-Sendung „Links.Rechts.Mitte“ gestern, Sonntag, als der ehemalige Babler-Herausforderer Rudi Fußi die Gewalt gegen Juden mit Angriffen auf Schwule verglich.
Anti-israelischer Wahlkampf
In der Diskussion (ab 01:02:45) ging es um den Wahlsieg der Linken in Berlin, wo die Nachfolgepartei der SED mit 25,7 Prozent erstmals stärkste Kraft wurde. Die Journalistin und Buchautorin Liv von Boetticher, die selbst in Berlin lebt, berichtete, dass Wähler, die vorher ihr Kreuz bei den Grünen gemacht hätten, zur Linken übergelaufen sind. Grund: Die Linke soll einen anti-israelischen und pro-palästinensischen Wahlkampf geführt haben – was in muslimisch dominierten Stadtteilen die Stimmen gebracht hätte.
Juden in Berlin in Lebensgefahr
Die Linke habe damit aber dafür gesorgt, dass die Stimmung gegen jüdische Mitbürger aufgeheizt wurde. Boetticher sagte, was in Berlin mit dem Antisemitismus stattfinde, dass sich ein Jude mit einer Kippa quasi in Lebensgefahr befinden würde, wenn er in bestimmte Stadtteile von Berlin gehe, sei dermaßen inakzeptabel, „dass ich nicht verstehe, dass wir hier (in der Sendung, Anm.) so darüber hinweggehen“.
Mit zertrümmertem Gesicht im Krankenhaus
Rudi Fußi fragte daraufhin, „wie viele Juden wurden im letzten Jahr aus Antisemitismus-Motiven getötet in Berlin?“ Er wollte damit den Begriff „Lebensgefahr“ relativieren. Boetticher konterte:
Ein Student war mehrere Tage mit einem völlig entstellten Gesicht im Krankenhaus. Wenn das nicht Lebensgefahr ist, wenn man sein Gesicht halb zertrümmert hat, dann finde ich das sehr schwierig.
Fußi versuchte offenbar wieder zu relativieren: „Wissen Sie, wie viele Schwule jedes Jahr in Wien verprügelt werden?“, fragte er.
Antisemitismus-Straftaten von linker Seite
„Jetzt wird es aber lächerlich!“, grätschte der Publizist Peter Sichrovsky in die Diskussion. Auch Moderatorin Katrin Prähauser ergriff das Wort und meinte, es gäbe ganz klare Statistiken der Israelitischen Kultusgemeinde, dass im vergangenen Jahr zum ersten Mal die Straftaten des Antisemitismus zuallererst von politisch linker Seite gekommen wären, dann von muslimischer Seite, und dann erst mit Abstand von rechter Seite.
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