Walter Ruck und Michael Ludwig

Gesprächsprotokolle sollen das Amtsverständnis von Wiens WKO-Chef Walter Ruck (links) dokumentieren. Auch der Wiener SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig kommt darin vor. 

18. Juli 2026 / 07:49 Uhr

Nun hat auch die ÖVP ihr „Ibiza“: Protokoll legt Postenschacher offen

Hat nun auch die ÖVP ihr „Ibiza“? Ein Protokoll eines vertraulichen, mehrstündigen Gesprächs, das offenbar geleakt und dem profil und der Kronen Zeitung zugespielt wurde, hat den Wiener Wirtschaftskammer-Präsidenten Walter Ruck in Bedrängnis gebracht. Brisant: Es besteht der Verdacht, dass er gemeinsam mit SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig Einfluss auf Postenbesetzungen genommen haben soll.

Politische Ämter orchestriert

Laut profil erzählte Ruck in den vorliegenden Protokollen freimütig, wie er Postenbesetzungen und politische Ämter zugunsten von Familienmitgliedern und Parteifreunden orchestriert haben will.

Das profil berichtete:

In einem Fall soll es um Walter Rucks 36-jährigen Sohn Alexander gehen, der im Vorjahr – zur Überraschung vieler politischer Beobachter – zum Spitzenkandidaten der ÖVP Döbling für die Wiener Gemeinderatswahl nominiert wurde. 

In einem zweiten Fall geht es um die umstrittene Besetzung der Wiener Wirtschaftsagentur. Im Sommer 2025 wurde der frühere Wiener ÖVP-Chef Manfred Juraczka zum zweiten Geschäftsführer bestellt. Auch hier will Ruck laut dem Gesprächsprotokoll Einfluss genommen haben: Juraczka habe sich bei ihm um einen Job erkundigt, daraufhin habe Ruck seinen Parteifreund bei einem Treffen mit SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig im Schweizerhaus vorgeschlagen. 

Alles rechtskonform abgelaufen

Schwere Vorwürfe, die der WKO-Boss bestreitet. Auf Anfrage von profil betonte ein Sprecher von Ruck, dass die Zitate seines Chefs nicht „bestätigt werden“ könnten. Auf Anfrage der Krone im Wiener Rathaus hieß es vonseiten der Wiener SPÖ, dass die Bestellungen allesamt rechtskonform abgelaufen wären. Für beide, Walter Ruck und Michael Ludwig, gilt die Unschuldsvermutung. 

“Damit muss endlich Schluss sein”

FPÖ-Chef Herbert Kickl, der mit diesem jetzt aufgeflogenen Skandal in seiner Forderung bestätigt wird, die Zwangsmitglieschaft in den Kammern abzuschaffen, spricht von einem Offenbarungseid eines korrupten Systems, das die Österreicher seit Jahren knechtet. Wörtlich sagte Kickl:

Herr Ruck agiert wie ein absolutistischer Fürst, der im Weinkeller bei Zigarren und teurem Wein Posten verschachert, als wären es seine persönlichen Lehen. Das ist der Inbegriff jenes tiefen Staates aus SPÖVP-Proporz und Günstlingswirtschaft, den die Menschen zu Recht abgrundtief satthaben. Hier wird auf Kosten der hart arbeitenden Unternehmer, die mit Zwangsbeiträgen diesen Apparat finanzieren müssen, ein dekadentes Leben im Machtrausch geführt. Damit muss endlich Schluss sein! 

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