Peter Pilz meldet sich auf dem YouTube-Kanal seines Online Mediums ZackZack mit einer Bitte an die Witwe des verstorbenen Justiz-Sektionschefs Christian Pilnacek. Er fordert sie auf, die Smartwatch ihres toten Mannes nicht wie dessen Mobiltelefon zu zerstören. Die digitale Uhr könnte im neu aufgelegten Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Eisenstadt aufschlussreiche Hinweise zur Todesursache des ehemaligen hohen Justizbeamten liefern. Â
Mögliches Beweismittel aus Kummer vernichtet
Pilnaceks Witwe, die Grazer Gerichtspräsidentin Caroline List, hatte laut Recherchen von ZackZack im April 2024 gegenüber der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) angegeben, das Smartphone ihres Ehegatten aus Kummer mit einem Bunsenbrenner vernichtet und dessen Reste anschließend im Müll entsorgt zu haben. ZackZack Herausgeber Pilz befürchtet, dass das gleiche Schicksal Pilnaceks Smartwatch treffen könnte.
Der Schlüssel zum mysteriösen Todesfall
Die Smartwatch könnte durch ihre zahlreichen Funktionen entscheidende Informationen zum Ableben Pilnaceks liefern. Die Auswertung der Daten durch IT-Experten könnte die letzten Stunden des ehemaligen Sektionschefs rekonstruieren und seinen genauen Todeszeitpunkt durch die Pulsaufzeichnung der digitalen Uhr bestimmen. Chat-Verläufe auf verschlüsselten Messenger-Diensten der digitalen Uhr wie WhatsApp und Signal würden die Frage beantworten, mit wem Pilnacek in den letzten Stunden seines Lebens Kontakt hatte und wer möglicherweise mit ihm am Ufer des Donau-Altarms nahe Rossatz unmittelbar vor seinem Tod im Oktober 2023 gewesen ist.
Appell an die Witwe
Der letzte Appell von Pilz an die Pilnacek-Witwe List:
Ich habe immer geglaubt Frau Präsidentin, dass Sie auch wissen wollen, warum und wie Christian Pilnacek mitten in der Nacht, mitten in den Morgenstunden des 20. Oktobers 2023 verstorben ist. Aber auch wenn Sie es aus irgendeinem Grund nicht wissen wollen, die Strafjustiz hat ein Recht, das zu erfahren.
Die Smartwatch das letzte Puzzleteil?
Wegen einer Reihe von Ermittlungspannen wurde der Staatsanwaltschaft Krems in dieser Woche durch die Oberstaatsanwaltschaft Wien der Fall entzogen und der Staatsanwaltschaft Eisenstadt übergeben. Mit den Hintergründen dieser Pannen wird sich der kommende FPÖ-Untersuchungsausschuss im Herbst befassen. Der Ermittlungserfolg hängt nicht zuletzt von der Unversehrtheit der Smartwatch ab. Es stellt sich auch die Frage, warum dieses Gerät nicht schon längst in den Händen der Emittler ist.

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