Demokratisch, kritisch, polemisch und selbstverständlich parteilich

Hannes Androsch

Man könne nur das verteilen, was man vorher erwirtschaftet habe, erklärte Ex-SPÖ-Finanzminister und Unternehmer Hannes Androsch in Richtung Andreas Babler und dessen sozialpolitischer Utopien.

20. November 2023 / 10:27 Uhr

SPÖ-Urgestein Androsch nimmt Linkskurs von Parteichef Babler nicht ernst

Neben vielen anderen Prominenten fehlte auch der frühere SPÖ-Finanzminister und heutige Unternehmer Hannes Androsch am SPÖ-Parteitag. Nicht nur, weil die Reise dem 85-Jährigen zu anstrengend war.

Er müsse in seinem Alter nicht mehr stundenlang hin- und herfahren, sagte Androsch der Kleinen Zeitung als Entschuldigung, warum er beim SPÖ-Parteitag in Graz gefehlt hatte. Außerdem habe der Leitantrag des Parteitags halt auch keine schlüssigen Antworten auf die Fragen der Zeit gegeben.

Klassenkämpferischer Ton passt nicht in unsere Zeit

Das ist ziemlich gelinde formuliert, angesichts der Meinung, die Androsch über den neuen SPÖ-Stil hat. In einem Interview mit der Kleinen Zeitung vergangenen Samstag „zerzauste die SPÖ-Ikone den Linkskurs der Partei“. Der klassenkämpferische Ton passe nicht in unsere Zeit, man könne nicht immer nur Leistung versprechen, man müsse sie auch erbringen, damit es einen Aufstieg geben könne.

Auf die Frage, ob er als Konzernchef von AT&S in der Babler-Welt zu den Ausbeutern gehöre, antwortete Androsch:

Das nehme ich nicht ernst. Das ist ökonomische Unkenntnis. 

32-Stunden-Woche “voreiliger Luftballon

Als einen der “voreiligen Luftballons” von Babler nannte Androsch die Forderung nach einer 32-Stunden-Woche. Das habe Babler schon wieder zurücknehmen müssen, weil ihm Leute, die in Verantwortung stehen, gesagt hätten, dass man dann die Spitäler, Kindergärten und die Müllabfuhr zusperren müsste.

Kickl bläst die Tuba, die Trompeten hört man nicht

Dass sich Babler ständig auf Kreisky berufe, fände er gut. Doch sollte dieser sich auch an die Weisheit dahinter halten, rät Androsch dem SPÖ-Chef. Eine Weisheit von Kreisky sei gewesen, dass man eine Mehrheit in der Mitte gewinnt und nicht am Rand. Es sei ein Irrglaube, dass man mit dieser Strategie Herbert Kickl besiegen kann. Weil der Kickl blase die Tuba – und wer da mit einer Trompete dagegen anspiele, den werde niemand hören.

Unterstützen Sie unsere kritische, unzensurierte Berichterstattung mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Teile diesen Artikel

    Diskussion zum Artikel auf unserem Telegram-Kanal:

Politik aktuell

18.

Jul

18:36 Uhr

Wir infomieren

Unzensuriert Infobrief