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So instabil wie die SPÖ in ihrer Gesamtheit dürfte auch ihr neuer Chef sein: Nur einen Tag nach seiner “Kür” zum Parteichef änderte Doskozil seine Koalitions-Strategie.

5. Juni 2023 / 06:22 Uhr

Doch mit der ÖVP! Doskozil fällt schon nach einem Tag um wie ein wackliger Stuhl

Einen Tag so, am anderen Tag wieder so: Hans Peter Doskozil hat als frischgebackener SPÖ-Chef eine beliebte Sportart in der Politik entdeckt – das Zurückrudern.

Vollmundige Ankündigung

Noch am Parteitag der Sozialdemokraten am vergangenen Samstag, 3. Juni, in Linz hat der in einer Kampfabstimmung nur ganz knapp siegreiche burgenländische Landeshauptmann Doskozil (er bekam 53,02 Prozent der Delegierten-Stimmen) vollmundig verkündet, keine Koalition mit der FPÖ, aber auch nicht mit der ÖVP eingehen zu wollen. Er votiere vielmehr für eine “Ampel” von SPÖ, Neos und Grünen. Wahrscheinlich deshalb, um den linken Flügel in der Partei zu beeindrucken.

Westenthaler prophezeite Umfaller

Ein grober politischer Fehler, den am Sonntagabend auch Peter Westenthaler in der Diskussion mit Josef Cap auf oe24 erkannte und prophezeite:

Wenn wir heute die ZIB2 einschalten, wird Doskozil wieder zurückrudern.

Gesagt, geschehen: Plötzlich relativierte Doskozil seine Kampfansage Richtung ÖVP – wenn es um die Verhinderung von Schwarz-Blau gehe, zähle der „Wählerwille“, sagte er. Was allerdings wieder die Frage aufwirft: Sonst zählt der Wählerwille nicht?

Scharfe Kritik aus den Bundesländern

Hintergrund des plötzlichen, über Nacht gereiften Gesinnungswandels waren wohl Proteste aus den Bundesländern. Am schärfsten wurde Doskozil von Vorarlbergs SP-Chefin Gabriele Sprickler-Falschlunger attackiert. Sie zeigte wenig Verständnis für Doskozils-Ausgrenzung gegenüber der ÖVP und meinte zur APA:

Dann werden wir aber in Schwierigkeiten kommen.

Dass Doskozil die ÖVP als Koalitionspartner ausschloss, dürfte wohl auch in Kärnten und Tirol nicht gut angekommen sein, wo die Roten ja gemeinsam mit den Schwarzen regieren.

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