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Verbleib nicht logisch: Wenn Andreas Babler (r.) die amtierende SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner ablöst, muss auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch seine Koffer packen.

9. Mai 2023 / 00:26 Uhr

Siegt Babler, muss roter Parteimanager Deutsch seinen Hut nehmen

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch dürfte wohl von Anfang an kein Interesse daran haben, dass Andreas Babler die amtierende SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner ablöst. Noch weniger dürfte ihm die Ablöse gefallen, nachdem Babler in einem Interview mit ORF III verkündete, dass der Verbleib von Deutsch als Bundesgeschäftsführer „nicht logisch“ wäre.

Bei Nummer drei kein Antritt

Bei einem Verbleib der aktuellen Chefin dürfte Deutsch sein Amt sicher sein, wobei Rendi-Wagner klarstellte, dass sie eine zweite Person als Bundesgeschäftsführer installieren würde. Als Nummer drei würde Babler am bevorstehenden außerordentlichen Parteitag nicht antreten – „außer, es sind alle innerhalb von drei Prozent“, sagte Babler. Sollte es einen großen Abstand zwischen ihm und der Nummer eins geben, „dann würde ich sagen, dann ist es ein klares Ergebnis“. Sollte er SPÖ-Bundesparteichef werden, würde er sein Bürgermeister-Amt in Traiskirchen nach einer Übergangszeit abgeben.

Nicht sein erster Rücktritt

Jedenfalls wäre es nicht das erste Mal, dass Deutsch seinen Hut nehmen muss. Einst war er 2008 Landesparteisekretär der SPÖ Wien. Bereits damals hatte er mit seinen plumpen Pressediensten gegen die FPÖ für Kopfschütteln gesorgt. Parteiintern dürfte er jedoch in Ungnade gefallen sein. 2014 trat er zurück, wurde aber nach einigen Jahren von Rendi-Wagner als Wahlkampfleiter für die Nationalratswahl 2019 engagiert und in Folge Bundesgeschäftsführer.

Besonders „originell“ war seine Forderung an die FPÖ, jene Zahlungen offenzulegen, die sie angeblich aus Russland erhalten haben soll. Die FPÖ hat allerdings stets betont, kein Geld von dort erhalten zu haben und auch Klagen eingebracht. Wie übrigens sollen Zahlungen offengelegt werden, wenn es keine gegeben hat? Außerdem werden Parteifinanzen von Wirtschaftsprüfern samt dem Rechnungshof kontrolliert. So gesehen mag der Abgang von Deutsch für die Sozialdemokratie kein allzu großer Verlust sein. Er ist ohnehin als Abgeordneter im Wiener Landtag finanziell gut versorgt. Und wie es der Zufall so will: Die Wiener ÖVP trennt sich laut Medienberichten von Landesgeschäftsführer Markus Keschmann.

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