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Der ehemalige Linke Eric Zemmour mischt Frankreichs politische Diskussionen auf – von rechts. Und hat Erfolg vor allem bei den jungen Wählern.

6. Dezember 2021 / 15:59 Uhr

Präsidentschaft: Eric Zemmour tritt gegen Macron an – erste Erfolge gibt es schon

Er verspricht, ein heißer Wahlkampf zu werden um das Präsidentenamt in Frankreich. Dort kam es gestern, Sonntag, bei einer Veranstaltung des Kandidaten Eric Zemmour sogar zu einer Schlägerei.
Einschüchterung erfolglos
Rund 15.000 Anhänger des Franzosen mit algerisch-jüdischen Wurzeln hatten sich zum Wahlkampfauftakt im Pariser Vorort Villepinte getroffen. Den wollten linke „Aktivisten“ stören, woraufhin es zu tumultartigen Szenen kam, in denen Zemmour auch angegriffen und leicht verletzt wurde. Dieser ließ sich aber dadurch nicht einschüchtern und führte die Veranstaltung erfolgreich weiter.
Wahlschlappen als böses Omen?  
Der ehemalige Linke Zemmour hat erst vor wenigen Tagen bekanntgegeben, dass er sich mit seiner neuen Bewegung „Reconquête“ (Wiedereroberung) um das Präsidentenamt in Paris, das aktuell Emmanuel Macron innehalt, bewerben wolle.
Dieser hatte bei den Regionalwahlen Ende Juni zuletzt wieder eine Schlappe eingefahren. Seine Partei holte in der zweiten Runde nur knapp sieben Prozent der Stimmen. Bei der EU-Wahl 2019 landete sein Bündnis „La République en Marche“ hinter dem „Rassemblement National“ von Marine Le Pen, die 2017 in der Stichwahl gegen ihn unterlegen war.
Zemmour glänzt in Meinungsumfragen
Wie unzensuriert berichtete, stehen Zemmours Chancen gut, gegen den globalistischen Amtsinhaber Macron in die Stichwahl zu kommen.
Dafür gibt es strategische Entscheidungen. Die bürgerliche Partei „Les Republicains“ (Die Republikaner) zerfällt gerade. Dort scheint man sich die Rechnung zu machen, dass Le Pen keine Mehrheit mehr schafft, weshalb Zemmour als aussichtsreichere Alternative gesehen wird. Und tatsächlich sehen die Meinungsumfragen den ehemaligen Journalisten und Intellektuellen vor der Parteichefin des „Rassemblement National“.
Parteiinterne Tricksereien
Dazu kommt, dass am rechten Flügel der Republikaner Verärgerung herrscht, weil bei den parteiinternen Vorwahlen deren bevorzugte Kandidaten benachteiligt werden.
Mit 61 Prozent hat man Ex-Ministerin Valérie Pécresse zur Spitzenkandidatin für die Präsidentschaftswahl gewählt und damit die Konservativen gespalten. Ein Drittel schwörte mittlerweile der Partei ab und unterstützt nun offen Zemmour.
Junge Anhängerschaft
Dieser versprach die „Rückeroberung des schönsten Landes der Welt“. Er wolle Frankreich nicht „rächen, sondern retten“, aus dem „Eldorado der Einwanderer“ wieder das Land der Fanzosen machen.
Dabei kann Zemmour – wie auch die Welt eingestehen muss – vor allem auf viele junge Franzosen bauen.
Klartext statt Beschwichtigung
Und noch einen Vorteil hat er: Zemmour ist seinen linken und globalistischen Herausforderern intellektuell haushoch überlegen, spricht Klartext über den stattfindenden Bevölkerungsaustausch und versteckt ihn nicht hinter ökonomischen und kriminologischen Auswirkungen:

In Frankreich findet eine Invasion statt.

Seine Lösungen sind daher keine Reformen, sondern grundlegende Veränderungen. Den Millionen in Frankreich lebenden Orientalen sagt er:

Wir reichen Euch die Hand, aber unsere Hand ist streng.

Die Staatsbürgerschaft sei kein „Menü“, in dem man frei wählen könne.
Erster Erfolg ist sicher
Zemmour laviert nicht um die heißen Eisen unserer Zeit herum, und er ist nie in der Defensive, sondern beherrscht souverän die Diskussionsrunden. Einen großen Erfolg hat er jetzt schon eingefahren: Binnen weniger Monate hat er den Rahmen des Sagbaren deutlich vergrößert!

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