Bandenkrieg in der Wiener Seestadt: Nationalität von Täter und Opfer wird verschwiegen | Unzensuriert.at

Bandenkrieg in der Wiener Seestadt: Nationalität von Täter und Opfer wird verschwiegen

Unter anderem wurde von den ohne nähere Nationalität genannten Bandenkriegern auch ein Totschläger eingesetzt.  Foto: Stahlkocher / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
Unter anderem wurde von den ohne nähere Nationalität genannten Bandenkriegern auch ein Totschläger eingesetzt.
Foto: Stahlkocher / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
9. Juni 2019 - 16:55

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Wieder einmal kam es zu einem Bandenkrieg, wo die Beteiligten mutmaßlich aus dem Einwanderermilieu stammen. Genannt wurden Herkunft und Staatsbürgerschaft der Täter und Opfer des Geschehens vom 8. Juni in der Wiener Seestadt allerdings durch die Wiener Polizei nicht. Und das obwohl eine Faustfeuerwaffe, ein Elektroschocker und ein Totschläger am Tatort eingesetzt worden waren, wie aus dem Bericht der Landespolizeidirektion Wien hervorgeht:

Gestern kam es zu einem Streit zwischen zwei Gruppen Jugendlicher. Im Zuge des Streites wurde eine Person (16) mit Faustschlägen im Gesicht verletzt. Mehrere Personen dürften durch das Vorzeigen eines Totschlägers, eines Elektroschockers und einer Faustfeuerwaffe gedroht haben. Als eine der männlichen Personen einen Schuss in die Luft abfeuerte, zerstreute sich die andere Gruppe Jugendlicher. Bei dem darauffolgenden Polizeieinsatz wurden fünf Jugendliche angetroffen, die sich als Opfer des Vorfalls zu erkennen gaben. Darunter befand sich der verletzte 16-Jährige. Die Täter hatten zuvor den Vorfallsort bereits verlassen. Es wurde eine Hülse einer Schreckschusspistole sichergestellt. Der Auslöser des Streites sowie genauerer Tatablauf sind noch unbekannt.

Medienerlass: Schweigen, weil Beteiligte nicht Max und Moritz heißen?

Offensichtlich besteht in Teilen der Wiener Polizei vor- oder nacheilender Gehorsam, da der ÖVP-nahe Kurzzeit-Innenminister Eckart Ratz den Medienerlass von Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ), der die Nennung der Nationalität der Täter bei Gewaltdelikten vorsah, evaluieren ließ, um diesen wieder aufzuheben.

Eines scheint für den Kenner der Wiener Kriminalstatistik jedenfalls klar zu sein: Wenn sich Jugendbanden schwerbewaffnet in einer U-Bahnstation in Wien eine Auseinandersetzung liefern, dann heißen die Haupttäter selten Max und Moritz. Da können auch Ratz und Co, der im übrigen eine vernichtete Kurzzeit-Bilanz im Innenministerium hinterlassen hat, nichts ändern.

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