Der Tiefpunkt des journalistischen Berufsethos: Skandal-Video zerstört Regierung vor EU-Wahl | Unzensuriert.at

Der Tiefpunkt des journalistischen Berufsethos: Skandal-Video zerstört Regierung vor EU-Wahl

Geifernde Medien machen aus einem dubiosen Video eine Staatsaffäre - der Wähler wird entscheiden, ob er das gut findet. Foto: congerdesign / pixabay.com
Geifernde Medien machen aus einem dubiosen Video eine Staatsaffäre - der Wähler wird entscheiden, ob er das gut findet.
Foto: congerdesign / pixabay.com
19. Mai 2019 - 0:40

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Wenn man sich den medialen Eiertanz anschaut, der gerade wegen eines – zugegeben nicht besonders ruhmreichen – Video-Mitschnittes Österreich erschüttert, dann fragt man sich schon, ob hier die Verhältnismäßigkeit noch stimmt. Irgendwie erinnert das alles doch sehr an die Waldheim-„Affäre“ 1986 oder die „Liederbuch-Affäre“ im Vorjahr rund um Udo Landbauer. Hier soll offensichtlich jemand gezielt fertiggemacht werden. Mit allen Mitteln.

Kommentar von Unzensurix

Da macht sich eine Dame über Monate an einen aufstrebenden, österreichischen Politiker heran, um sich dessen Vertrauen zu erschleichen. Ist dies geschafft, wird der urlaubende Mann – samt einem Kollegen, auf den man es eigentlich abgesehen hat – in eine Luxusvilla auf Ibiza eingeladen. Dort wird fröhlich gefeiert und getrunken, und wenn die beiden dann endlich einen schönen Alkohol-Pegel intus haben, werden ihnen suggestiv hypothetische Was-wäre-wenn Aussagen entlockt. Die ganze Inszenierung wird heimlich mitgeschnitten und dann brav gebunkert, um sie zum „richtigen“ Zeitpunkt skandalträchtig zu publizieren.

Kampagne im Stil dubioser Geheimdienste

Bei näherer Betrachtung dieser Vorgänge eröffnet sich einem – wie in den beiden oben genannten  Fällen – eine unglaubliche Unmoral der Akteure. Denn die Veröffentlichung dieses unter noch nicht näher geklärten Umständen entstandenen Video-Mitschnittes ist wahrlich kein Ruhmesblatt für das Berufsethos der schreibenden Zunft. Ebenso wie auch die Herstellung dieses Videos, das offensichtlich vorsätzlich und mit viel Aufwand allein zu dem Zweck produziert wurde, jemandem zu schaden. Menschen auf diese Art zum "passenden" Zeitpunkt über ausländische Medien gezielt fertigzumachen, zählt in der Regel eher zum zweifelhaften Repertoire von Geheimdiensten.

"Verachtenswerte Methoden"

Wer auch immer hinter diesem faulen Zauber steckt, dem ist zu wünschen, dass er genauso öffentlich bloßgestellt wird wie seine Opfer- und einen Richter findet, der bei der Urteilsfindung ganz tief in den "Schmalztopf" greift. Denn strafrechtlich ist hier - ganz abseits der Moral - für die Hobby-Filmer einiges im Angebot. Bundeskanzler Sebastian Kurz sprach nicht umsonst von „verachtenswerten Methoden“. Wenngleich ihm die Situation nicht gerade zum Schaden gereicht.

Spiegel will nicht einmal Urheber des Videos kennen

Dass sich zwei Polit-Profis wie Johann Gudenus und HC Strache in einer Zeit gefinkelter Leaks und großflächiger Hackerangriffe so leicht eintrankeln lassen und dann blauäugig jegliche verbale Vorsicht über Bord werfen, ist natürlich patschert. Wobei ja noch gar nicht klar ist, inwieweit diese Aussagen nicht durch Suggestivfragen provoziert oder ohnehin nur im Scherz gefallen sind. Der verantwortliche Spiegel-Redakteur will ja nicht einmal wissen, von wem das Video-Material überhaupt stammt (was schwer vorstellbar ist, geht es doch bei einem Material dieser Tragweite ganz besonders um die journalistische Sorgfaltspflicht bezüglich der Quellen).

Aufbruchstimmung bei allen Polit-Verlierern

Dass sich jetzt alle Polit-Verlierer der jüngsten Vergangenheit, allen voran SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner, empören, sich moralisch entrüsten und gar "Führungsanspruch" stellen, ist angesichts der unzähligen SPÖ-Skandale und Silberstein-Aktionen der letzen Jahre einfach nur peinlich. Und dass Bundespräsident Alexander Van der Bellen zu diesem Fall meint, die „Vierte Macht“ (die Journalisten) hätte „ihre Verantwortung voll wahrgenommen“, spricht wohl für sich selbst.

Cui bono? Wem nützt es?

Wer auch immer für diese Aktion verantwortlich ist, hat mit Vorsatz eine gut und effizient arbeitende Regierung gesprengt. Ohne Not. Und das eine Woche vor der EU-Wahl, bei der die patriotischen Kräfte Europas gute Chancen haben, die bisherige EU-Politik maßgeblich zu verändern. Es ist also eine gezielte Attacke gegen „Rechts“, also jene Kraft, die in der Regierungs-Koalition die treibende war.

Man muss sich vor allem eines fragen: Cui bono? Wem nützt es? Und in der Wahlkabine - sowohl bei der EU- wie auch bei der voraussichtlichen Nationalratswahl im September - darauf die richtige Antwort geben.

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