Polizeistatistik 2018: Zuwanderer stellen 8,6% der Tatverdächtigen, bei Tötungsdelikten 15% | Unzensuriert.at

Polizeistatistik 2018: Zuwanderer stellen 8,6% der Tatverdächtigen, bei Tötungsdelikten 15%

Sogenannte „Zuwanderer“ sind besonders bei Tötungsdelikten als Tatverdächtige überrepräsentiert. Foto: geralt / pixabay.com (CC0)
Sogenannte „Zuwanderer“ sind besonders bei Tötungsdelikten als Tatverdächtige überrepräsentiert.
Foto: geralt / pixabay.com (CC0)
11. April 2019 - 15:00

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Das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichte am 2. April das „Bundeslagebild Kriminalität im Kontext von Zuwanderung“ für das Jahr 2018. Solche Lagebilder werden seit 2015 veröffentlicht. Das aktuellen Lagebild für 2018 enthält dieselbe Kernaussage wie die früheren Lagebilder: Die sogenannten „Zuwanderer“ sind als Tatverdächtige massiv überrepräsentiert, und zwar besonders bei den Tötungs- und Sexualdelikten. Unter „Zuwanderer“ versteht das BKA Asylwerber, anerkannte Flüchtlinge, Geduldete, Kontingentsflüchtlinge und illegal Aufhältige. Alle Zahlen (sofern nicht anders angegeben) und Grafiken in diesem Artikel sind dem Lagebild des BKA für 2018 entnommen.

Zuwanderer auch 2018 massiv als Tatverdächtige überrepräsentiert

Im Jahr 2018 wurden rund 1,9 Millionen Tatverdächtige ermittelt (ohne ausländerrechtliche Verstöße). Von diesen waren rund 166.000 Zuwanderer. Somit stellten die Zuwanderer 8,6 Prozent der Tatverdächtigen bei allen Delikten zusammengenommen (ohne ausländerrechtliche Verstöße). Als Tatverdächtige zählen hier nur diejenigen, bei denen die polizeiliche Ermittlung bereits abgeschlossen ist und die der Justiz übergeben wurden. Jeder Tatverdächtige wird nur einmal gezählt, auch wenn er in mehreren Fällen tatverdächtig war. Die Tat selbst ist in etwa einem Viertel der Fälle schon vor 2018 erfolgt.

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Bei Tötungsdelikten stellen Zuwanderer 15 Prozent der Tatverdächtigen

Der Anteil der Zuwanderer unter den Tatverdächtigen liegt bei schweren Verbrechen noch wesentlich höher. Am höchsten liegt ihr Anteil bei den Tötungsdelikten, nämlich bei 15 Prozent. Danach folgen die Sexualdelikte mit zwölf Prozent.

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Syrer, Afghanen und Iraker stellen die meisten tatverdächtigen Zuwanderer

Die meisten tatverdächtigen Zuwanderer stammten 2018 aus Syrien, gefolgt von Afghanistan und dem Irak:

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Zuwanderer waren bei fast 300.000 Straftaten tatverdächtig

Ein Drittel der 166.000 Zuwanderer war mehr als einmal tatverdächtig. Somit liegt die Zahl der mutmaßlichen Straftaten der Zuwanderer wesentlich höher als die Zahl der tatverdächtigen Zuwanderer, nämlich bei fast 300.000. Zuwanderer waren somit 2018 bei jeder zehnten Straftat in Deutschland als Tatverdächtige beteiligt.

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Zuwanderer bei 430 Tötungsdelikten tatverdächtig

Bei den Tötungsdelikten waren 2018 wie erwähnt 550 Zuwanderer tatverdächtig. Diesen werden 430 Straftaten gegen das Leben vorgeworfen. Somit waren Zuwanderer bei rund 14 Prozent der Tötungsdelikte als Tatverdächtige beteiligt. Das sind in etwa dieselben Zahlen wie 2017, sowohl bei der Zahl der Straftaten als auch bei der Zahl der Tatverdächtigen.

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Über 6.000 Sexualdelikte mit tatverdächtigen Zuwanderern – Starker Anstieg

Bei den Sexualdelikten gab es 2018 rund 5.600 tatverdächtige Zuwanderer Diesen werden mehr als 6.000 Sexualdelikte vorgeworfen. Beide Zahlen zeigen eine große Steigerung gegenüber 2017, als es 4.900 tatverdächtige Zuwanderer bei 5.300 Sexualdelikten gab. Unter den 6.000 mutmaßlichen Sexualdelikten von 2018 waren 2.100 sexuelle Belästigungen, 1.400 Fälle von sexuellem Missbrauch und 1.300 Fälle von Vergewaltigung, sexueller Nötigung oder schwerem sexuellem Übergriff.

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54 Prozent der tatverdächtigen Zuwanderer bei Sexualdelikten stammen aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak. Die tatverdächtigen Zuwanderer bei Sexualdelikten waren zu 90 Prozent Einmaltäter.

Mehr als 100.000 Opfer von Straftaten mit tatverdächtigen Zuwanderern

Die Zahl der Opfer der Straftaten mit tatverdächtigen Zuwanderern lag 2018 bei 102.000. Von diesen waren 46.000 deutsche Staatsbürger. Es gab somit wesentlich mehr Opfer als 2017. Damals lag die Anzahl aller Opfer bei 95.000 und die Zahl deutscher Opfer bei 39.000. Bei diesen Angaben ist zu beachten, dass eine Person, die mehrmals Opfer von Zuwanderern wurde, auch mehrmals gezählt wird. Es werden nur die Opfer folgender Straftaten erfasst: Tötungsdelikte, Sexualdelikte, Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit wie Nötigung oder Bedrohung.

230 Deutsche wurden Opfer von Tötungsdelikten durch Zuwanderer

Bei den Tötungsdelikten mit tatverdächtigen Zuwanderern gab es 230 deutsche Opfer. 102 Deutsche wurden dabei „Opfer einer vollendeten Tat“. Dies bedeutet jedoch nicht, dass 102 Deutsche von Zuwanderern umgebracht wurden. Als Opfer einer vollendeten Tat zählt auch, wer einen Angriff überlebt hat, bei dem andere starben. Im Lagebild 2018 wurde auch der Anschlag vom Breitscheidplatz Ende 2016 erfasst. Dessen 81 deutsche Opfer zählen alle als Opfer einen vollendeten Tat. Bei dem Anschlag starben sechs Deutsche. Ohne den Anschlag kommt man somit auf 21 deutsche Opfer eines vollendeten Tötungsdelikts mit tatverdächtigen Zuwanderern. Wie viele Deutsche tatsächlich von Zuwanderern getötet wurden, geht aus dem Lagebild somit nicht hervor. Das Lagebild 2017 nennt 13 Deutsche als Opfer eines vollendeten Tötungsdelikts mit tatverdächtigen Zuwanderern.

Bei den Sexualdelikten mit tatverdächtigen Zuwanderern gab es rund 3.300 deutsche Opfer. Das ist ein deutlicher Anstieg zu 2017, als es 2.700 deutsche Opfer gab. Deutsche Staatsbürger stellen 74 Prozent der Opfer der Sexualdelikte mit tatverdächtigen Zuwanderern.

Wie stark ist die Überrepräsentation?

Dass Zuwanderer stark als Tatverdächtige überrepräsentiert sind, kann man an den in diesem Artikel genannten Anteilen der Zuwanderer sofort erkennen. Deutschland hat etwa 83 Millionen Einwohner. Um eine Beteiligung der Zuwanderer an jeder zehnten Straftat zu „rechtfertigen“, müsste es mehr als acht Millionen Zuwanderer geben.

Laut statistischem Bundesamt gab es am 31. Dezember 2017 etwa 1,7 Millionen „Schutzsuchende“ in Deutschland. Damit sind sowohl Asylwerber im laufenden Verfahren als auch anerkannte und abgelehnte gemeint, also in etwa dieselbe Gruppe, die das BKA „Zuwanderer“ nennt. Im Jahr 2018 kamen noch etwa 200.000 Asylwerber hinzu, sodass man von etwa 1,9 Millionen „Zuwanderern“ für 2018 ausgehen kann, das sind nur etwas mehr als zwei Prozent der Gesamtbevölkerung. Wie man sieht, liegt diese Zahl weit davon entfernt, dass man sagen könnte, Asylanten wären nicht krimineller als Deutsche.

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