Türkische Kommunalwahlen: Stimmungstest für Präsident Erdogan | Unzensuriert.at

Türkische Kommunalwahlen: Stimmungstest für Präsident Erdogan

Erdogan beherrscht seit 2001 auch alle Kommunalwahlkämpfe als "Überkandidat". Foto: Myrat / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
Erdogan beherrscht seit 2001 auch alle Kommunalwahlkämpfe als "Überkandidat".
Foto: Myrat / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
26. März 2019 - 18:00

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Nervös wirkt der Wahlkampftross von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan in diversen Medienberichten, wenn er quer durchs Land von Großkundgebung zu Großkundgebung eilt. Am 31. März 2019 finden in der gesamten Türkei Kommunalwahlen statt. Dort steht zwar der autoritäre Präsident selbst nicht zur Wahl, sehr wohl aber viele seiner Bürgermeister- und Gemeinderatskandidaten der Regierungspartei AKP. Vor allem Istanbul und andere Städte sind beim Wahlergebnis eine Maßeinheit dafür, wie stark Erdogan und sein Regime noch im Sessel sitzen.

Seit 2001 hat die AKP alle Wahlen in der Türkei gewonnen. Jetzt scheint die ungebrochene Macht und die dazu führende Zustimmung in der Bevölkerung aber zunehmend zu bröckeln.

Große Städte könnten von oppositioneller CHP übernommen werden

Vor allem die großen Städte machen den Wahlkampfstrategen Erdogans echtes Kopfzerbrechen. So soll in der türkischen Hauptstadt Ankara laut letzten Meinungsumfragen der Kandidat der größten Oppositionspartei CHP, Mansur Yavaş, führen. Und auch in Antalya, Adana, Mersin und Izmir könnte die CHP mit ihren Kandidaten erfolgreich sein.

Jetzt schaut alles auf Istanbul, der politischen Heimat Erdogans. Auch dort haben Rezession, Inflation und hohe Arbeitslosigkeit die Reihen der bisher so erfolgsverwöhnten Regierungspartei AKP stark gelichtet. Fällt die Stadt am Bosporus, dann ist wohl auch bald mit einer Führungsdiskussion in der Türkei zu rechnen. Zuletzt wurde unter der Patronanz Erdogans sogar eine Großmoschee in Istanbul eröffnet. Ehemalige Parteigänger Erdogans, die sich von ihm abgewendet haben, sollen an neuen Allianzen basteln.

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