Ansturm auf Monitore zum Fernsehen ohne GIS-Gebühren | Unzensuriert.at

Ansturm auf Monitore zum Fernsehen ohne GIS-Gebühren

Ein moderner Fernseher mit zahlreichen verfügbaren Apps. Wenn das Gerät keinen Tuner oder Antennenanschluss hat, sondern nur mit dem Internet verbunden ist, fallen dafür keine GIS-Gebühren an. Foto: Media News / flickr (CC BY 2.0)
Ein moderner Fernseher mit zahlreichen verfügbaren Apps. Wenn das Gerät keinen Tuner oder Antennenanschluss hat, sondern nur mit dem Internet verbunden ist, fallen dafür keine GIS-Gebühren an.
Foto: Media News / flickr (CC BY 2.0)
3. Februar 2019 - 10:00

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Es ist mittlerweile sehr einfach, auf legalem Weg keine ORF-Zwangsgebühren zu bezahlen und trotzdem zahlreiche Fernsehsender zu empfangen und auf einem großen Bildschirm anzusehen.

Grundlage ist die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs vom 30. Juni 2015. Diese besagt, dass ein Gerät, das lediglich über einen Internetanschluss verfügt, keine Rundfunkempfangseinrichtung und somit nicht gebührenpflichtig ist. Wer seine Sendungen also über das Internet empfängt, muss dafür keine GIS-Gebühr bezahlen.

Streamen: Gebührenfreie Alternative zu Fernsehen

Der Empfang von Fernsehsendungen über das Internet – das so genannte Streamen – funktioniert mit jedem Computer mit Internetanschluss sowie mit Smartphone und Tablet. Das Problem dabei war der kleine Bildschirm, doch auch dieses ist nun gelöst: Es gibt eine große Auswahl an externen Monitoren, die den Streamern dieselbe Qualität wie normale Fernseher bieten. Diese Geräte wurden gezielt für die Ersparnis der GIS-Gebühr entwickelt. Sie werden von österreichischen Firmen vertrieben, die sich „NOGIS“ oder „KAGIS“ (Dialekt für „keine GIS“) nennen. Ein weiterer Hersteller heißt „POP-TECH“ und ist unter der Domain gis-frei.at zu erreichen.

Ansturm auf GIS-freie Monitore

Die Zeitung Heute berichtet von einem regelrechten Ansturm auf die GIS-freien Bildschirme von NOGIS, KAGIS und POP-TECH. Alle drei waren demnach zumindest teilweise leergekauft. NOGIS hat nach eigenen Angaben bereits 3.000 Geräte verkauft, von den vier Modellen im Angebot sind aktuell zwei ausverkauft.

Die Geräte von NOGIS, KAGIS und POP-TECH sehen aus wie normale Fernseher und bieten dieselbe HD-Bildqualität. Der einzige Unterschied zu herkömmlichen Fernsehern ist, dass sie über keinerlei Technologie zum Empfang von Rundfunk verfügen, also weder über einen Antennenanschluss noch über einen Tuner. Somit fällt für diese Geräte keine GIS-Gebühr an.

Statt Antenne oder Tuner reicht ein HDMI-Anschluss

Um dennoch Fernsehsendungen anschauen zu können, verfügen die Bildschirme über mehrere HDMI-Anschlüsse. Über diese kann man einen Computer mittels HDMI-Kabel anhängen. Dadurch ist es möglich, das Programm, das man gerade auf dem Computer live über das Internet empfängt, auf den externen Bildschirm zu übertragen und somit wie im normalen Fernsehen zu sehen.

Alle bekannten Fernsehsender aus Österreich und Deutschland übertragen ihr Programm inzwischen live im Internet. Ohne Registrierung zu empfangen sind Servus TV, Puls 4, ATV, ATV II sowie der ORF. Für Privatsender aus Deutschland ist häufig eine Registrierung erforderlich. Außerdem sind zahlreiche Sendungen in Österreich nicht verfügbar. Länderblockaden können jedoch umgangen werden, zum Beispiel mit einem Proxy-Server. Für die deutschen öffentlich-rechtlichen Sender ist keine Registrierung notwendig, es können allerdings auch bei diesen Länderblockaden auftreten.

Natürlich kann man auf diese Weise nicht nur Livestreams auf den externen Monitor übertragen, sondern alle verfügbaren Videos aus Mediatheken sowie von diversen Portalen wie Youtube.

Auch Smartphone oder Tablet kann mit externem Monitor verbunden werden

Statt dem Computer kann man auch ein Tablet oder Smartphone mit dem externen Monitor verbinden und auf diesen Geräten über Apps das gewünschte Programm streamen oder Videos aus Mediatheken oder Video-Portalen abrufen. Wenn der externe Bildschirm nicht mit dem Internet verbunden ist – wie die Geräten von NOGIS – ist zur Übertragung auf diesen jedoch zusätzliche Hardware notwendig, wie zum Beispiel von Chromecast. Diese Technik wird hier erklärt:

Praktisch alle deutschsprachigen Sender stellen Apps zur Verfügung, mit denen man ihre Programme auf Smartphone oder Tablet sehen kann. Über die App „ZAPPN“ können zum Beispiel deutsche Privatsender der Pro7-Sat1-Gruppe ohne Registrierung empfangen werden. Privatsender der RTL-Gruppe kann man über die App „TV NOW“ sehen, diese verlangt jedoch eine Registrierung und ist kostenpflichtig. ARD, ZDF und Servus TV haben jeweils eigene Apps.

Auch bei diesen Apps können Länderblockaden auftreten. Diese kann man jedoch auf Smartphone oder Tablet viel einfacher umgehen als am Computer, da es eine Vielzahl an kostenlosen und einfach zu bedienenden Apps genau dafür gibt.

Weitere Möglichkeiten: TV-Sticks oder Apps schon auf dem Monitor

Eine weitere Möglichkeit sind so genannte TV-Sticks. Diese werden direkt an den Monitor angesteckt und sind über WLAN mit dem Internet verbunden. Über solche Sticks sind zahlreiche Apps verfügbar, die diverse Livestreams und Mediatheken anbieten. Anbieter solcher Sticks ist Amazon, man benötigt ein Amazon-Konto.

Die bequemste Möglichkeit ist schließlich, dass der Monitor selbst ein Betriebssystem hat und die Apps für das Streamen schon auf dem Gerät verfügbar sind oder heruntergeladen werden können. In diesem Fall braucht man gar nichts anschließen, sondern nur den Monitor mit dem Internet verbinden und die jeweilige App auf dem Gerät starten. Solche Geräte werden jedoch noch selten angeboten. KAGIS hat zumindest eines im Programm.

Um die GIS-Gebühr zu sparen, ist es übrigens gar nicht unbedingt nötig, einen neuen Bildschirm zu kaufen. Wer bereits einen Fernseher mit HDMI-Anschluss besitzt, kann sich aus diesem den Tuner ausbauen lassen.

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