„Qualität muss nicht teuer sein“, meint ein IT-Unternehmen in Wien. Kein Wunder, wenn in Osteuropa zu Niedrigpreisen gearbeitet wird.

Bild: z.V.g.
Lohndumping in Europa – auch trotz EU

Über Jahre hinweg gab es Diskussionen darüber, dass billige Arbeitskräfte aus dem Osten österreichische Arbeitsplätze gefährden könnten. Beschwichtigungen gab es dabei vor allem von der SPÖ und ihrem damaligen Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Nun, in der öffentlich-medialen Wahrnehmung ist das Thema Lohndumping derzeit auf Sparflamme. Verschwunden ist es damit aber nicht. Warum denn auch? Der „freie Dienstleistungsverkehr“, der eine der Grundfreiheiten der EU ist, ermöglicht eine solche Entwicklung geradezu.

Und es gibt auch österreichische Unternehmen, die von solchen Freiheiten profitieren und zwar auf Kosten der heimischen Wirtschaft. Ein Beispiel: Ein IT-Unternehmer wandte sich an Unzensuriert.at und wies darauf hin, dass ein in Wien ansässiges Unternehmen damit wirbt, dass „Qualität nicht teuer sein muss“.

Wörtlich heißt es:

Wenn wir Ihr Projekt bewerten, rechnen wir die hohen Steuern, die man aus Österreich kennt, nicht in den Preis mit ein, denn der Großteil unserer Mitarbeiter ist in den osteuropäischen Büros tätig. Im Preis für unsere Leistung ist weder die Miete für ein Riesenbüro von 200 qm noch eine teure Werbung im Fernsehen oder auf Plakatwänden einberechnet. Sie zahlen nur für die Arbeit von den hochqualifizierten Programmierern, die Ihre Arbeit gerne machen.

Auf einer Werbung besagten Unternehmens auf einer Internetsammlerbörse erfährt man dann konkret, dass die „Spezialisten in Osteuropa“ Top-Preise ab 18 Euro pro Stunde verlangen. Der Konkurrent, der sich an Unzensuriert.at gewendet hat meint: „Mein Stundensatz muss bei 60 Euro liegen, sonst kann ich zusperren. Bei solchen Dumpingpreisen könnte ich für eine Internetseite nur 225 Euro verdienen. Wenn es solche Betriebe nicht geben würde, dann gäbe es mehr potentielle Kunden die mehr zahlen täten.“

Konkurrenz schadet heimischer Wirtschaft

Der Unternehmer meint außerdem, dass er in Österreich seine Steuern zahlt. Jene Wiener Unternehmen, die ihre Aufträge ins Ausland auslagern, schaden nicht nur ihm, sondern auch der heimischen Wirtschaft. Die EU dürfte darauf keine passende Antwort haben. Wozu gibt es denn schließlich den freien Dienstleistungsverkehr voller Vorteile?

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