Online-Handel im Visier: "Initiative Wirtschaftsstandort OÖ" fordert Maßnahmen | Unzensuriert.at

Online-Handel im Visier: "Initiative Wirtschaftsstandort OÖ" fordert Maßnahmen

Der internationale Online-Handel inklusive Versand und Zustellung gerät ins Visier der Wirtschaftspolitik. Foto: Stefan Kühn / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
Der internationale Online-Handel inklusive Versand und Zustellung gerät ins Visier der Wirtschaftspolitik.
Foto: Stefan Kühn / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
1. Jänner 2019 - 18:03

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Der Online-Handel, insbesondere Amazon, eBay und Co, sind aktuell im Visier der heimischen Wirtschaftspolitik. Bereits 20 Prozent der Weihnachtsgeschenke wurden 2018 online vertrieben.

Die "Initiative Wirtschaftsstandort OÖ" (IWS) und ihr Geschäftsführer Gottfried Kneifel fordern jetzt Maßnahmen, um hier Gerechtigkeit zum stationären Handel in Österreich herzustellen:

Was auf der einen Seite als besonders bequem erscheint, hat nicht nur für den österreichischen stationären
Handel in den Ortszentren und Einkaufsstraßen enorme Umsatzeinbußen zur Folge, sondern auch für die Finanzverwaltung beträchtliche Nachteile.

Österreich verliert „online“ 600 Millionen Euro an Mehrwertsteuer

Der internationale Online-Handel schädigt nicht nur den Wirtschaftsstandort, sondern führt auch zu Mindereinnahmen von 600 Millionen Euro jährlich bei der Mehrwertsteuer, wie die IWS ausführt:

Während in Österreich jeder Betrieb eine täglich prüfbare
 Dokumentation seiner Geschäfte der Finanzbehörde vorlegen muss, können Online-Versandunternehmen mit ausländischen Betriebsstandorten
wie etwa in Luxemburg oder gar in EU-Drittländern – nicht geprüft werden.
 Nach vorsichtigen Schätzungen von IWS-Experten entgehen dem österreichischen Fiskus dadurch jährlich mehr als 600 Millionen Euro
an Mehrwertsteuer-Einnahmen, weil Steuern und Abgaben, die von österreichischen Konsumenten bei Online-Geschäften zwar, bezahlt aber nur selten bei der österreichischen Finanz landen.

Kneifel: Wettbewerbsfähigkeit des Standorts steht auf dem Spiel

Für IWS-Geschäftsführer Kneifel steht vor allem auch die Wettbewerbesfähigkeit auf dem Spiel. So sei die Steuer-Transparenz nicht nur eine Frage von Fairness und Gerechtigkeit:

Es ist für unsere
 stationären Handelsbetriebe auch eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit und eine Frage der Erhaltung von Arbeitsplätzen. 
Außerdem müssen Umwelt- und Konsumentenschutz nicht nur für in Österreich
registrierte Unternehmen gelten, die überdies auch noch ARA und Alt-Elektrogeräte-Pfand abliefern müssen.
 Wir fordern daher den Gesetzgeber auf, alle Möglichkeiten der modernen elektronischen Technik auch gegenüber
 internationalen Online-Versand-Unternehmen einzusetzen, damit auch deren Geschäfte ebenso überprüfbar
werden, wie dies von der Finanzverwaltung bei Betriebsprüfungen gegenüber Handelsbetrieben mit Standort in Österreich
 praktiziert wird.

Neben der IWS hat kürzlich auch der Österreichische Handelsverband die Wettbewerbsfrage im Zusammenhang mit Amazon und Co gestellt und sogar ein entsprechendes Verfahren in diesem Zusammenhang angestrengt.

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