„Selbstverständlich“ wird Halal-Küche in Wiener Seniorenheim gebaut | Unzensuriert.at

„Selbstverständlich“ wird Halal-Küche in Wiener Seniorenheim gebaut

Die Halal-Küche - wie in einer Ausschreibung angekündigt - wird in einem Wiener Seniorenheim selbstverständlich gebaut. Foto: Screenshot von der Ausschreibung
Die Halal-Küche - wie in einer Ausschreibung angekündigt - wird in einem Wiener Seniorenheim selbstverständlich gebaut.
Foto: Screenshot von der Ausschreibung
14. November 2018 - 12:27

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Für Verwirrung sorgte eine Ausschreibung des Kuratoriums der Wiener Pensionistenwohnhäuser (KWP) in Bezug auf den Bau einer islamischen Küche – einer sogenannten "Halal-Küche". Ein entsprechender Vermerk war – trotz Dokumentierung durch unzensuriert.at – in betreffender Ausschreibung nicht mehr sichtbar, nachdem es einen Bericht gegeben hatte. Es stellte sich daher die Frage, ob die Küche doch nicht gebaut wird, oder ob der Bau vertuscht werden soll.

Neue Küche im Zuge von Renovierung

Spät, aber doch gab es eine Reaktion vom KWP. Und es wurde klargestellt, dass „selbstverständlich“ die Halal-Küche gebaut werde. Die Küche im Haus sei renovierungsbedürftig, weshalb zu den derzeit vorhandenen 620 Quadratmeter großen Räumlichkeiten der Gemeinschaftsküche zusätzlich 120 Quadratmeter für den Bau der Halal-Küche bereitgestellt werden. Von dort sollen ab Mitte 2019 alle moslemischen Bewohner in allen 30 Häusern zum Leben zentral mit halal-zertifizierten Speisen versorgt werden, so sie dies wünschen, heißt es.

Beschwerden im Haus Mühlengrund

Es gab zahlreiche Reaktionen auf die Artikel von unzensuriert.at über die Halal-Küche. Eine Person meinte etwa, dass im KWP-Haus Mühlengrund das Mittagessen oftmals ungenießbar und kalt sei. Außerdem soll es jeden Mittwoch zur Mittagszeit eine einstündige Propaganda-Ansprache der Direktorin Karin Waidhofer geben, die unter anderem bemängeln würde, wie wenig hilfsbereit die Hausbewohner gegenüber Flüchtlingen wären. Auch, dass die Bewohner zu wenig spenden würden, werde von ihr kritisiert.

Im Haus soll es kaputte Duschen geben, aus denen Wasser austritt, kaputt seien auch diverse Fußböden. Bemängelt wird, dass die Anlage nach Einbruch der Dunkelheit nicht versperrt werde und sich in der Nacht dubiose Gestalten herumtreiben würden.

Mit diesen Vorwürfen konfrontiert meinte das KWP:

Diese Vorwürfe sind uns nicht bekannt.

Unseren Bewohnern ist sowohl der Beschwerdeweg innerhalb des Hauses als auch zum Ombudsmann des KWP/ dem BewohnerInnenservice bekannt. Auf anonyme Anschuldigungen können wir leider nicht reagieren.

Leser informierten unzensurier.at auch über ein Video des KWP auf Youtube, in dem die Lehre für Asylwerber beworben wird. In diesem Zusammenhang stellte sich die Frage, wie hoch die Produktionskosten des Beitrags waren, wie viele Asylwerber sich derzeit in den KWP-Häusern in einer Lehre befinden und wie viele davon asylberechtigt sind bzw. durch den Instanzenweg rechtskräftig abgelehnt wurden.

Die Antwort vom KWP in dieser Sache:

Einzelne Aussagen zu Kosten und Budgets werden grundsätzlich nicht gegeben. Wir halten uns selbstverständlich an die gesetzlichen Regelungen zur Beschäftigung von Asylwerbern. Details zum Asylstatus der - im übrigen im anerkannten Mangelberuf Koch beschäftigten Asylwerber - sind Privatangelegenheit und für ihre Beschäftigung im KWP nicht relevant. Die allgemeinen Daten entnehmen Sie bitte unserem frei zugänglichen Geschäftsbericht auf unserer Webseite.

Den Geschäftsbericht wird unzensuriert.at freilich noch studieren. Dass der Asylstatus potentiell Beschäftigter eine "Privatangelegenheit" sei, die für das KWP nicht relevant sei, verblüfft jedenfalls. Wir wollten daher wissen, ob aus Sicht des KWP auch Asylmissbrauch ein Menschenrecht sei.

„Asylmissbrauch ist ein strafrechtlich relevanter Vorwurf, worauf genau begründet dieser?“, ließ das KWP fragen. Nun, vom Asylmissbrauch spricht man, wenn Personen um Asyl ansuchen, obwohl überhaupt kein Verfolgungsgrund nach der Genfer Flüchtlingskonvention vorliegt. Und allein im Jahr 2017 gab es in Österreich mehr als 14.000 rechtskräftig negative Asylentscheidungen.

KWP erfindet das Butterbrot

Details über Asyl-Lehrlinge, die vor allem in den Küchen zum Einsatz kommen, ist das KWP jedenfalls schuldig geblieben. Apropos Küche: Im KWP-Haus Prater gibt es eine sogenannte „Forschungsküche“, in der anscheinend neue Speisen kreiert werden. Unlängst präsentierte KWP-Geschäftsführerin Gabriele Graumann auf ihrer Facebook-Seite das „Butterbrot aus der Forschungsküche“: „Super Geschmack, krümelt nicht und kann von Menschen mit Schluckbeschwerden gegessen werden.“

Eine tolle „Erfindung“ – meinen wir!

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