Kärnten: SPÖ befördert Forums-Troll zum Landesgeschäftsführer

Der ehemalige Villacher SPÖ-Stadtrat Andreas Sucher patzte anonym politische Mitbewerber an und wird nun dafür belohnt. Foto: SPÖ Villach
Der ehemalige Villacher SPÖ-Stadtrat Andreas Sucher patzte anonym politische Mitbewerber an und wird nun dafür belohnt.
Foto: SPÖ Villach
29. April 2018 - 11:40

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Im Juli 2016 sorgte der damalige Villacher SPÖ-Stadtrat Andreas Sucher für einen handfesten Skandal, der zu seinem Rücktritt führte. Nicht einmal zwei Jahre später wird er von seiner Partei zum Landesgeschäftsführer bestellt.

Forums Troll macht Partei-Karriere

Der damalige Skandal machte Herrn Sucher weit über die Kärntner Grenzen zu einer bekannten Persönlichkeit. Unter seinem Foren-Pseudonym „dklamp“ war der damalige SPÖ-Stadtrat in der Kleinen Zeitung anonym über politische Mitbewerber und kritische Bürger hergezogen. So bezeichnete er zum Beispiel den ÖVP-Stadtrat Peter Weidinger als einen "Herrn, der noch nie richtig gearbeitet hat". Dieser bekomme monatlich 8.300 Euro überwiesen und „plaudere nur heiße Luft“. Gleichzeitig vergaß „dklamp“ allerdings nicht, Stadtrat Sucher, also sich selbst, zu loben: "Bravo, Herr Sucher! Lassen Sie sich von diesem Blender (gemeint war ÖVP-Stadtrat Peter Weidinger, Anm.) nicht vom Weg abbringen". Auch etliche andere Personen, wie etwa der FPÖ-Stadtrat Erwin Baumann waren Ziel der Attacken Suchers alias „dklamp“.

Letzten Endes hatte sich Sucher eines Tages jedoch durch eigene Dummheit selbst enttarnt und musste einen Sturm der Entrüstung über sich ergehen lassen, welcher im August 2016 zu seinem Rücktritt führte.

FPÖ-Bundesrat Ofner empört

Mit Andreas Sucher nehme künftig ein Skandal-Sozialist eine wichtige Position innerhalb der Kärntner SPÖ ein, empört sich Bundesrat und Bürgermeister von Hüttenberg, Josef Ofner.  „Sucher war als Villacher SPÖ-Stadtrat in eine schäbige und hinterhältige Internetaffäre verwickelt“, so Ofner. Es lasse sich vermuten, dass durch seine Bestellung zum SPÖ-Landesgeschäftsführer künftig die primitiven Silberstein-Methoden auch in die Kärntner Landespolitik Einzug nehmen werden.

Vom peinlichen Skandalpolitiker zum Landesgeschäftsführer

Mit offenem Visier zu kämpfen, ist also nicht die Sache des neuen SPÖ-Landesgeschäftsführers. Vielmehr pflegt er sich der Methoden des berüchtigten (ehemaligen) SPÖ-Beraters Tal Silberstein zu bedienen, um anonym und aus dem Hinterhalt Mitbewerber zu desavouieren. In der Kärntner SPÖ scheinen derartige Methoden und Charaktereigenschaften offensichtlich Karriere fördernd zu sein.

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