Theaterdonner vor der Life-Ball-Übertragung: ORF springt ab | Unzensuriert.at

Theaterdonner vor der Life-Ball-Übertragung: ORF springt ab

17. Juli 2010 - 9:01

Anders als die Frage, ob der 18. Wiener Life-Ball auf dem Wiener Rathausplatz heute wegen des prognostizierten Schlechtwetters eine Stunde früher oder später stattfindet, oder sogar komplett abgesagt wird, ist eines hundertprozentig wasserdicht. Der Österreichische Rundfunk, der sich sonst mit besonderer Hingabe dem schrillen Society-Klatsch widmet, wird seine Berichterstattung über den Ball drastisch reduzieren.

Keszler und Heinzl im StreitGrund dafür ist ein handfester Zickenkrieg zwischen Organisator Gerald „Gery“ Keszler und ORF-„Chilli“-Reporter Dominic Heinzl. Es gebe „unverständliche persönliche Attitüden und gewisse Animositäten“ zwischen den beiden Protagonisten, heißt es hinter den Kulissen.

Vom ORF kam dazu eine knappe Stellungnahme des Unterhaltungschefs Edgar Böhm: „Aufgrund kurzfristig geänderter Drehgenehmigungen und einiger nicht gehaltener Abmachungen haben wir uns entschlossen, unser Programm den neuen Rahmenbedingungen anzupassen, um eine für unser Publikum ansprechende Nachberichterstattung zu gewährleisten!“ – sprach’s und strich die beiden Sendungen „Heinzl am Life Ball“ sowie „Seitenblicke“-Spezial vom Sonntag. Nun gibt es nur noch eine Ausgabe „Chili“ und eine „Seitenblicke“-Sendung. Eine ausführliche Erklärung der Gründe soll erst nach dem Spektakel erfolgen.

Vermutet wird jedenfalls, dass Gerald Keszler dem ORF Weisungen erteilte, die für ihn unbefriedigend waren. So sollten TV-Aufnahmen nur bis 20 Uhr gemacht werden, vom roten Teppich überhaupt keine Interviews und schon gar kein Interview Heinzl mit Keszler.

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Dabei dürfte der Streit vom Vorjahr wieder hochgekommen sein. Damals hatte Keszler dem ehemaligen ATV-Society-Reporter den Zutritt zum Life-Ball verwehrt, weil dieser in seiner Sendung ein Interview mit Niki Lauda brachte, in dem er den Besuchern eine gewisse „Scheinmoral“ unterstellte. Einen derart zarten Anflug von Kritik würde man wahrscheinlich sogar in Nordkorea unbeschadet überstehen - nicht aber im Life-Ball-Regime des Herrn Keszler. „Der, der Toleranz predigt, ist intolerant“, legte Heinzl schließlich nach. Zwar folgte wenig später ein öffentlicher Handschlag als Aussöhnung, diese war offensichtlich nicht von langer Dauer. Wenn der Theaterdonner bis heute Abend anhält, profitiert wenigstens der Fernsehzuschauer.

Fotos: Montage / Manfred Werner

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