„Ich bin wirklich erschüttert!“, sagte gestern, Mittwoch, Volksanwältin Gaby Schwarz in der „ZIB2“. Es gebe immer mehr Häftlinge, aber viel zu wenig Personal. Die Zustände in den Gefängnissen seien teils extrem.Â
Sporrer wollte Häftlinge entlassen
Die alarmierenden Aussagen von Schwarz bringen SPÖ-Justizministerin Anna Sporrer unter Druck. Weil die Situation in Österreichs Haftanstalten bereits fünf nach zwölf ist, hatte die rote Politikerin ja eine absurde Idee: Sporrer wollte Häftlinge entlassen, weil zu viele Menschen für die Kapazität der Gefängnisse inhaftiert sind. Damit ist die Justizministerin klarerweise gescheitert.Â
Zweieinhalb Jahre keinen Psychiater
Wer das Gespräch von Volksanwältin Schwarz gestern im ORF verfolgt hat, kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Schonungslos zeigte sie die Mängel in der Justiz auf. Ihr fehle das Verständnis, wenn es im forensisch-therapeutischen Zentrum Favoriten zweieinhalb Jahre keinen Psychiater gebe.Â
Trauriger Höchststand bei Selbstmorden
In einer Aussendung am 9. September machte Schwarz auf Selbstmorde in Gefängnissen aufmerksam. Wörtlich sagte die Volksanwältin:Â
Mit Ende August 2026 wurden uns bereits so viele Suizide aus Österreichs Justizanstalten gemeldet, wie im gesamten Vorjahr. Damit haben wir den traurigen Höchststand von 2025 erreicht. Es ist zu befürchten, dass die Zahl der Suizide heuer noch weiter steigt. Das muss ein Alarmsignal für das zuständige Justizministerium sein!
Die Volksanwältin verwies auf acht Suizide und 33 Suizidversuche, die der Volksanwaltschaft gemeldet wurden (Zeitraum: 1.1. bis 26.8.2026). Von 2020 bis 2025 waren es insgesamt 60 Suizide und 235 Suizidversuche.
Auch das zeigt die prekäre Situation in den Gefängnissen. Zudem kam es in nur zwei Wochen zu zwei Morden in den Haftanstalten.
