Wien hat bei ausländischen Schülern österreichweit den höchsten Anteil. Doch selbst innerhalb der Bundeshauptstadt zeigen sich deutliche Unterschiede: In Ottakring haben bereits 50,9 Prozent der Schüler eine ausländische Staatsangehörigkeit. Das geht aus dem aktuellen Factsheet „Schule und Integration 2026“ des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) hervor.
Ottakring vor Favoriten und Brigittenau
Im Schuljahr 2024/25 besuchten insgesamt 252.961 Schüler eine Schule in Wien. 38,1 Prozent von ihnen hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit. An der Spitze der Bezirke lag Ottakring mit 50,9 Prozent, gefolgt von Favoriten mit 49,5 Prozent und Brigittenau mit 46,4 Prozent. Auch Rudolfsheim-Fünfhaus lag mit 44,3 Prozent deutlich über dem Wiener Durchschnitt.
Danach folgten Leopoldstadt und Meidling mit jeweils 42,2 Prozent, Margareten mit 41,9 Prozent und Simmering mit 41,3 Prozent. In Hernals hatten 40,5 Prozent der Schüler eine ausländische Staatsangehörigkeit. Damit lag auch dieser Bezirk über dem Wiener Gesamtschnitt.
Am anderen Ende: Innere Stadt und Josefstadt
Ganz anders sieht die Statistik in den inneren und westlichen Bezirken aus. Den niedrigsten Anteil verzeichnete die Innere Stadt mit 25,9 Prozent. In der Josefstadt waren es 26,6 Prozent, in Hietzing 28,4 Prozent. Zwischen Ottakring und der Inneren Stadt liegt damit ein Abstand von 25 Prozentpunkten.
Auch bei der Umgangssprache zeigt sich ein ähnliches Bild. Wienweit hatten 48,9 Prozent der Schüler eine nicht-deutsche Umgangssprache. Besonders hoch war der Anteil in Favoriten mit 73,9 Prozent, gefolgt von Simmering mit 67,6 Prozent und Ottakring mit 67,5 Prozent. In der Josefstadt lag der Wert bei 23,6 Prozent, in der Inneren Stadt bei 21,7 Prozent.
Die Schule als Spiegel der Stadt
Während in manchen Bezirken bereits mehr als zwei Drittel der Schüler eine nicht-deutsche Umgangssprache haben, liegt der Anteil in anderen Bezirken bei rund einem Fünftel. Gleichzeitig weist Wien insgesamt mit 38,1 Prozent den höchsten Anteil ausländischer Schüler aller Bundesländer auf.
Dabei ist die Statistik klar von der Umgangssprache zu unterscheiden: Eine ausländische Staatsangehörigkeit sagt nichts darüber aus, welche Sprache ein Schüler im Alltag verwendet, die Dunkelziffer der Schüler mit nicht-deutscher Muttersprache liegt also deutlich höher. Der ÖIF definiert „Umgangssprache“ als die erstgenannte im Alltag verwendete Sprache; bei mehreren Angaben wird nur die zuerst genannte Sprache berücksichtigt.
