82 Exekutivbeamte waren an der Schwerpunktaktion gegen Jugendkriminalität beteiligt (Symbolbild).

20. August 2026 / 09:54 Uhr

Fünfmal so viele syrische Kinder als Täter: Polizei-Großeinsatz am Bahnhof Meidling

Mit 82 Beamten, Kräften der Fremden- und Grenzpolizei sowie Spürhunden rückte die Polizei am Bahnhof Wien-Meidling am gestrigen Mittwoch zu einer nächtlichen Schwerpunktaktion gegen Jugendkriminalität aus. Der Einsatz dauerte bis in die frühen Morgenstunden und reiht sich in eine seit Monaten laufende Serie ein.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Laut Innenministerium stieg die Zahl der unter 18-jährigen Tatverdächtigen von 37.185 im Jahr 2021 auf 49.067 im Jahr 2025 – ein Plus von 32 Prozent. Bei ausländischen Minderjährigen verdoppelte sich der Wert im gleichen Zeitraum von rund 11.000 auf rund 22.000. Besonders dramatisch fällt die Entwicklung bei syrischen Jugendlichen zwischen zehn und 14 Jahren aus: Hier kletterte die Zahl der Tatverdächtigen von 318 auf 1.528 – beinahe eine Verfünffachung.

Im Langzeitvergleich zeigt sich das Ausmaß noch deutlicher. 2006 registrierte die Polizei 27.963 Tatverdächtige unter 18 Jahren, 2025 waren es 49.067 – ein Anstieg von rund 75 Prozent. Die österreichische Bevölkerung wuchs im selben Zeitraum lediglich um etwa sechs Prozent. Wien trägt einen großen Teil der Last: Rund 16.400 der minderjährigen Tatverdächtigen des Jahres 2025 entfielen auf die Bundeshauptstadt, also etwa ein Drittel.

Einsatzgruppe und Waffenfunde

Seit März 2024 arbeitet die Einsatzgruppe Jugendkriminalität unter Leitung des Bundeskriminalamts. Seither wurden laut Innenministerium rund 1.600 Personen festgenommen, darunter etwa 600 Minderjährige. Mehr als 200 Waffen – vor allem Messer und Schlagringe – stellten die Beamten sicher. Regelmäßig ziehen die Behörden zusätzliche Kräfte aus den Bundesländern nach Wien, um Hotspots wie Bahnhöfe und Parks zu kontrollieren.

Politische Maßnahmen und offene Fragen

Die Bundesregierung verweist auf den im März 2025 angeblich “gestoppten” Familiennachzug, der künftig über eine niedrige Quote geregelt werden soll. Geplant sind zudem verpflichtende polizeiliche Regelbelehrungen, sicherheitspolizeiliche Fallkonferenzen, eine gefängnisähnliche Unterbringung für bestimmte Jugendliche sowie ein Messertrageverbot. Die Kontrollen am Bahnhof Meidling und an anderen Brennpunkten sollen jedenfalls weitergehen. Quelle: LPD Wien

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