Spaniens Kurs kollidiert zwar mit den Bemühungen aus Brüssel, Abhängigkeiten von Moskau und Peking zu reduzieren, doch der Anti-Sanktionskurs beschert dem Staat im Vergleich zu anderen EU-Ländern ein deutlich stärkeres Wirtschaftswachstum.
Zweitgrößter Gaslieferant
Nach einem Bericht von Fokus Online, das sich auf die italienische HuffPost beruft, war Russland im Juni erneut Spaniens zweitgrößter Gaslieferant nach Algerien. Bereits im Mai sollen die russischen Lieferungen deutlich über dem Vorjahresniveau gelegen sein. Auch das Institute for Energy Economics and Financial Analysis würden Spanien zu den wichtigen europäischen Abnehmern russischen Flüssiggases zählen.
Gas wird an andere Länder weiterverkauft
Dass Spanien weiter eine Menge Gas aus Russland geliefert bekommt, hängt auch damit zusammen, dass der Konzern Naturgy über einen langfristigen Vertrag an Lieferungen des russischen Jamal-LNG-Projekts gebunden ist. Der Preis spielt eine zentrale Rolle, weil russisches LNG gegenüber Lieferungen aus anderen Regionen günstiger sein kann. Der Hafen Bilbao entwickelte sich zu einem wichtigen Umschlagplatz. Nicht jede Ladung wird in Spanien verbraucht, ein Teil wird nach Angaben der HuffPost weiterverkauft.Â
China baut Batteriefabrik
Auf der einen Seite sorgt also das günstige Gas aus Russland für ein starkes Wirtschaftswachstum, auf der anderen Seite wird dieser positive Trend durch Technologie-Lieferung aus China gestützt. CATL und Stellantis bauen in Aragón gemeinsam eine Batteriefabrik für sage und schreibe 4,1 Milliarden Euro.
