Gerald Hauser

Der Osttiroler EU-Abgeordnete Gerald Hauser stellt sich an die Spitze der Bürger, die gegen einen Windpark in der Naturlandschaft sind.

6. Juli 2026 / 11:37 Uhr

Alpine Heimat bedroht: “Auf unsere Berge gehören Gipfelkreuze und keine Windräder”

In Schlaiten im Bezirk Lienz in Osttirol ist ein Windpark mit bis zu acht Anlagen geplant. Bürger wehren sich dagegen. An vorderster Front: Der Osttiroler EU-Abgeordnete Gerald Hauser.

Offenen Diskurs verweigert?

Die Gemeinde hatte am Mittwoch, 1. Juli, gemeinsam mit der niederösterreichischen Firma „ImWind” und der „Energieagentur Tirol” einen Infotag zum geplanten Windpark im Göriacher Wald organisiert – doch statt einer offenen Podiumsdiskussion mit allen Bürgern setzte man auf Messe-Stände und Einzelgespräche. Für Hauser ein klarer Fall von Propaganda statt echter Debatte.

Messebetrieb verhindert öffentliche Diskussion

Hauser kritisierte die Veranstaltung auf der offiziellen Webseite der Freiheitlichen scharf:

Wer von Windkraft überzeugt ist, sollte sich einer offenen Diskussion stellen. Stattdessen wurde bei der Veranstaltung “ImWind” im Gemeindesaal Schlaiten ein Messebetrieb mit Einzelgesprächen organisiert. Eine öffentliche Debatte über die massiven Kritikpunkte an der Windkraft wurde damit bewusst verhindert.

Die Bürger hätten Anspruch auf eine transparente Auseinandersetzung mit allen Vor- und Nachteilen gehabt. Stattdessen blieb die kritische Auseinandersetzung aus – genau das Format, das “ImWind” und die Gemeinde gewählt hatten, um skeptische Stimmen vermutlich klein zu halten.

Gesundheitsrisiken und Landschaftszerstörung bleiben ausgespart

Offene Fragen zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen durch Infraschall, zum Abrieb von Rotorblättern, zu Eingriffen in sensible Naturräume sowie zu den enormen Folgen für das Landschaftsbild hätten öffentlich diskutiert werden müssen, betonte Hauser. „Gerade darüber müsste öffentlich debattiert werden, anstatt kritische Stimmen auszusperren“, so der Abgeordnete. Die Bürger in Schlaiten und ganz Osttirol würden Ehrlichkeit und echte Mitsprache erwarten und keine inszenierten Informationsveranstaltungen, bei denen man nur in Einzelgesprächen abgefertigt werde.

Die Gemeinde selbst wirbt auf ihrer Seite mit einem garantierten günstigen Stromtarif für zwanzig Jahre, Beteiligungsmöglichkeiten über Nachrangdarlehen und zusätzlichen Einnahmen durch eine Infrastrukturabgabe. Doch wer die Kehrseite – die dauerhafte Veränderung der alpinen Landschaft und mögliche Belastungen für Mensch und Natur – ernsthaft hinterfragen will, findet keinen Ansprechpartner.

Gipfelkreuze statt hundert Meter hoher Industrieanlagen

Besonders scharf ging Hauser mit den Plänen für Windkraft im alpinen Raum ins Gericht:

Unsere Berge sind ein unverwechselbares Naturerbe. Auf Osttirols Gipfel gehören Gipfelkreuze als Teil unserer Kultur und keine Windräder. Wer unsere Bergwelt mit bis über hundert Meter hohen Industrieanlagen verbaut, verschandelt eine über Generationen gewachsene Kulturlandschaft (…) Wir müssen unsere Heimat, unsere Kultur und unsere einzigartige Natur erhalten. Osttirol darf nicht zum Experimentierfeld einer ideologisch getriebenen Energiepolitik werden

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