Was war das wieder für eine unnötige Aktion der SPÖ-Funktionäre? Zuerst soll Andreas Babler versucht haben, seinen Kritiker, SPÖ-NÖ-Chef Sven Hergovich, loszuwerden, in dem Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig als Gegenkandidatin beim Landesparteitag der SPÖ Niederösterreich am 30. Mai kandidieren sollte. Jetzt aber – nachdem bei den Genossen viel Porzellan zerschlagen wurde – wird der Putsch-Versuch abgesagt.
Babler und Seltenheit involviert
Hinter den Kulissen brodelte es gewaltig, als die SPÖ-Zentrale in der Löwelstraße zum offenen Machtkampf um den Parteivorsitz in Niederösterreich ausrückte. Der Umsturz soll – wie der Kurier berichtete – von Bundesparteiobmann Andreas Babler und Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim vorbereitet worden sein.
Vorstandsposten für Rückzug angeboten
Hintergrund: Zwischen Sven Hergovich und Babler soll es keine Parteifreundschaft mehr geben, seit der SPÖ-Chef in Niederösterreich Ex-Kanzler Christian Kern als Gegenkandidaten zu Babler forciert hat. Zudem wird Hergovich dem Lager von SPÖ-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil zugerechnet. Und so musste Hergovich aus den Medien erfahren, dass er beim Landesparteitag eine Gegenkandidatin hat. Laut Kurier wäre der Ablöse-Plan sogar soweit fortgeschritten gewesen, dass man Hervovich für seinen Rückzug aus der Landespolitik einen Top-Job angeboten haben soll. Dabei hätte es sich um einen Vorstandsposten bei der via donau gehandelt.
Nach Widerstand Putsch abgesagt
Hergovich machte diesen Plänen aber einen Strich durch die Rechnung und richtete den „Putschisten“ in der Löwelstraße aus, an irgendwelchen Versorgungsjobs kein Interesse zu haben. Ein Widerstand, mit dem die SPÖ-Spitze offenbar nicht gerechnet hat. Denn gestern, Mittwoch, wurde bekannt, dass es am Parteitag nun doch nicht zu diesem Duell und einer Kampfabstimmung kommen wird. Königsberger-Ludwig wird als Stellvertreterin von Hergovich kandidieren. Eine Position, die sie auch derzeit inne hat.
“Totengräber der Partei”
Ein Funktionär aus Eisenstadt nannte Babler und sein Umfeld durch solche Vorgänge als „Totengräber der Partei“. Gegenüber dem Kurier sagte er:
Wer das nach dieser Aktion immer noch nicht begreift, sollte seine politische Verantwortung ablegen.
In einer Aussendung meldete sich dazu auch FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz zu Wort. Eine Partei, die nicht einmal den eigenen Stall im Griff hat, kann erst recht kein Land regieren“, meinte er. Königsberger-Ludwig sei Staatssekretärin im Sozialministerium, und kein Mensch weiß, was sie dort mache – „außer Geld zu kassieren und peinliche Putschversuche anzukündigen, die dann scheitern“.


