Wenn die Wiener am Ende des Monats kein Geld mehr in der Brieftasche haben, obwohl die Verlierer-Ampel vorgeblich für finanzielle Entlastung sorgt, hat das vor allem mit extremen Gebühren-Erhöhungen zu tun. Eine Mutter aus Wien-Favoriten weiß ein Lied davon zu singen.
Statt 1.000 Euro nun 1.700 Euro
Die Dame, die anonym bleiben möchte, deren Name der Redaktion aber bekannt ist, prangerte in einem Schreiben an unzensuriert an, dass sie von der Musikschule Favoriten ein Schreiben erhalten habe, das sie sprichwörtlich vom Sitz gerissen hat. Denn statt bisher 1.000 Euro muss die Mutter von vier Kindern, die allesamt in der Musikschule unterrichtet werden, ab dem neuen Schuljahr im September 1.700 Euro zahlen. Gegenüber unzensuriert sagte sie:Â
Im Jänner bekam ich den Brief mit der Gebührenerhöhung. Zunächst dachte ich mir nichts dabei, schließlich wird alles teurer. Dann las ich den Brief genau . Dadurch, dass keine Geschwisterermäßigung mehr gewährt wird, erhöhen sich meine Kosten um 70 Prozent!
Zwei Kinder müssen abgemeldet werden
Sie sei nun dazu gezwungen, zwischen ihren Kindern zu wählen – zwei müssten von der Musikschule abgemeldet werden, „denn alle vier sind für mich nicht finanzierbar“. Traurig fügte sie hinzu: „Ich dachte eigentlich immer, dass der Stadt Wien der Ruf als Weltstadt der Musik etwas wert ist – dass in die Ausbildung des Nachwuchses investiert wird“.
Soziale Ermäßigungen möglich
In der Musikschule Favoriten bestätigte eine Dame, die zufällig am Telefon war, die drastische Gebühren-Erhöhung. Näheres solle aber die Leiterin der Musikschule, Frau F., „die Sie gerne zurückruft“, erklären. Der Rückruf erfolgte nie, die Musikschul-Leiterin war auch nach mehrmaligen Anrufen nicht zu erreichen.
Heute, Donnerstag, erreichte unzensuriert dann doch ein Anruf von der Öffentlichkeitsarbeit der Wiener Musikschulen. Die Dame bestätigte die Gebühren-Erhöhung, man sei – wie alle anderen Abteilungen auch – an die Budget-Vorgaben der Stadt gebunden. Tatsächlich werde es keine Geschwister-Ermäßigungen mehr geben, es gebe aber soziale Ermäßigungen, die vom Einkommen der Eltern abhängig und im Einzelfall zu prüfen wären.


