Angesichts der Griechenlandkrise und des drohenden Aus der Eurozone schlägt Frankreichs sozialistischer Präsident François Hollande eine zentrale Eurozonen-Regierung vor. Die 19 Eurostaaten bräuchten ihre eigene Regierung mit zentralem Budget und einem supranationalem Parlament, so der französische Präsident. Es handelt sich allem Anschein nach um den nächsten Versuch der Eurokraten, die Europäische Union in die „Vereinigten Staaten von Europa“ umzuwandeln.
„Gefahr ist nicht zu viel, sondern zu wenig Europa“
Um mit der Griechenlandkrise besser fertig zu werden, bräuchte man gerade jetzt in allen Belangen mehr Europa, so Hollande. Dabei ist der EU zusehends die Autonomie ihrer Mitgliedsstaaten in Wirtschafts- und Justizangelegenheiten ein Dorn im Auge. Bereits vergangene Woche plädierte EZB-Chef Mario Draghi für eine „engere Kooperation“ der Staaten in Wirtschaftsbelangen.
Konkret sehen Draghi sowie Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Eurogruppen-Präsident Jeroen Dijsselbloem die Schaffung einer gemeinsamen Schatzkammer aller Euroländer vor. Diese soll in den nächsten zehn Jahren aufgebaut und mit Geldern der Mitgliedsstaaten gefüllt werden. Somit würden wiederum die Risiken einzelner Länder auf die Steuerzahler der Europäischen Union verteilt werden.