Ungebrochene Solidarität gibt es unter den Regionalisten in Spanien. Mehr als 35.000 Bürger gingen im der baskischen Hauptstadt Bilbao auf die Straße, um sich für die Abhaltung der für den 1. Oktober von der katalanischen Regionalregierung angesetzten Abstimmung über die Unabhängigkeit von Spanien einzusetzen. Das Baskenland ist neben Katalonien traditionell in seinem Selbstverständnis für eine staatliche Autonomie von der Zentralregierung in Madrid.
Für diese Haltung mussten die Basken und Katalanen etwa im spanischen Bürgergrieg Ende der dreißiger Jahre des 20.Jahrhunderts einen hohen Blutzoll zahlen. Im Baskenland führte die Terrororganisation ETA bis 2011 einen auf beiden Seiten verlustreichen Untergrundkrieg gen die spanische Verwaltung. Seit fünf Jahren hat die ETA nach Jahrzehnten die Waffen niedergelegt und die baskische Nationalbewegung setzt auf einen friedlichen Weg für einen eigenständigen baskischen Staat.
Madrid bedroht katalanische Bürgermeister wegen Abstimmung
Während im Baskenland die Lage derzeit ruhig ist, droht die Situation in Katalonien zu eskalieren. Zentralregierung und Verfassungsgericht in Madrid haben die Abstimmung verboten. Und sie drohen den katalanischen Bürgermeistern jetzt mit der Festnahme, wenn sie in ihren Städten und Gemeinden die Volksabstimmung am 1. Oktober abhalten lassen. Gegen diese gefährliche Drohung der spanischen Zentralmacht haben sich hunderte Bürgermeister aufgelehnt und betont, dass sie keine Verbrecher sondern Demokraten und Patrioten seien.